Einen Strich unter die Sache gemacht…

Kürzlich erreichte mich Post aus Münster. Die Bundesnetzagentur schrieb mir und wollte mein Bestes. Mein Geld.

Es geht um mein personenbezogenes Rufzeichen im Amateurfunkdienst und darum, dass ich dafür mal wieder Gebühren zu entrichten hätte. Mensch, ich habe bestimmt schon mehr als vier Jahre lang keinen Funkbetrieb mehr gemacht und nun möchte man wieder einmal Geld für etwas haben, was ich nicht nutze. Und gemäß welcher Verordnung zahlt man da? Na, ganz einfach. Die „Frequenzschutzbeitragsverordnung“ ist schuld. Wovor werden die Frequenzen hier eigentlich geschützt? Vor den Funkamateuren? 😉

Naja, ich habe mich dann einmal hingesetzt und überlegt, ob sich die Gebühren für mich in irgendeiner Weise überhaupt noch rentieren, denn schließlich betreibe ich die Funkerei nun schon seit langer Zeit nicht mehr und habe auch alle Geräte zwischenzeitlich verkauft und auch die Antennen werden nach und nach demontiert. – In den Vereinen ist auch nicht mehr wirklich viel los und daher habe ich mich damals schon aus dem aktiven Betrieb zurückgezogen.

Da ich mir sehr sicher bin, dass sich der Amateurfunk auf Dauer gesehen auf einem absteigenden Ast befindet, habe ich mich dazu entschlossen, hier einen Strich unter diese Freizeitaktivität zu machen. Ich kann wohl kaum davon ausgehen, dass es hier noch einmal zu einem gewissen Hype kommen wird und ich hier noch einmal aktiv werden würde. Nein, davon ist nicht auszugehen.

Daher übermittelte ich der Bundesnetzagentur meinen Wunsch auf Verzicht auf das Amateurfunkrufzeichen und auf den Verzicht weiterer Gebühren und Rechnungen.

Einerseits natürlich schon ein merkwürdiges Gefühl, denn schließlich kostete die Erlangung des Rufzeichens schon einiges an Zeit, Geld und Training. Aber da sich seit Jahren auf den Frequenzen immer weniger tut, die Amateurfunkgenehmigungen quasi verrammscht werden und die Aktivitäten in den hiesigen Vereinen auch mehr und mehr zurück geht, ist es für mich letztendlich sicher die richtige Entscheidung.

Zeiten ändern sich einfach. Gerade bei technischen Dingen.

Veröffentlicht am 8. August 2010 in Persönliches und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Funk ist nicht mehr wirklich interessant, ich hatte mein AFU Rufzeichen schon Ende 2009 zurück gegeben, hier in der Gegend ist überhaupt nichts los.
    Vielleicht lasse ich mir mal wieder eines ausstellen, Scanner höre ich ja noch. Aber Relais ist hier nichts mehr los, rund um die Uhr nichts.
    Wenn man sich wieder eines ausstellen lassen will, zahlt man wieder 70 Euro und fertig.
    Mittlerweile fotografiere ich lieber, braucht man keine Antennengenehmigung und kann überall fotografieren.

  2. Schade das du dich dazu entschlossen hast. Amateurfunk ist an sich ein schönes Hobby, aber ich kann es verstehen. Vor allem da es außerhalb des Funkens eine Menge Probleme gibt. Vielleicht entdeckst du ja wieder die Lust daran, man weiß es nicht, und dann kann man weitersehen. Ich habe viel Schönes im Hobby erlebt und viel Deprimierendes. Aber alles in allem bin ich gerne Funkamateur, wenn auch nicht in einem Club. Aber hin und wieder wird das Funkgerät angeworfen.

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