Der Deckel muss weg – Testbetrieb

Da fuhr ich heute ohne böse Absicht durch Meschede vom Bahnhof aus zum Winziger Platz, um ein paar Besorgungen zu machen. Da wunderte es mich schon, warum sämtliche Parkplätze vor dem Pressehaus abgesperrt waren und die Straße plötzlich zur Einbahnstraße geworden ist. Die vormals rechte Fahrspur wurde zu Parkplätzen umfunktioniert und die Bushaltestelle vor der AOK wurde mittels eines Holzpodestes auf die Straße vorgerückt. Die Parkflächen vor der Commerz Bank wurden ebenfalls vollständig abgesperrt und auch hier fand man stattdessen neu angelegte Parkbuchten auf der rechten Fahrbahnseite. Auf der linken Seite standen im gleichmäßigen Abstand große Blumenkübel mit jungen Bäumen darin. Also eine völlig neue Verkehrsführung und die temporäre Vernichtung zweier relativ großer Parkflächen.

Winziger Platz  Winziger Platz
Warum das alles?
Es ist ein Projekt namens „Henne DeckelFest“.

Laut Informationen auf http://wissenwasserwandel.de soll diese Umgestaltung nur für ein Wochenende gelten. Es ist ein Test, um festzustellen wie es aussehen könnte, wenn das Flussbett der Henne wieder geöffnet wird und dadurch zwangsläufig die zwei genannten Parkplätze u. ä. verschwinden.

Warum dies nun in einen so derartigen Umfang und sicher gepaart mit hohen Kosten simuliert werden muss, kann ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen. Andere Umgestaltungen in der Stadt wurden schließlich auch beschlossen, umgesetzt und alle mussten sie so hinnehmen. Reaktionen in den Geschäften der Stadt und im Internet zeigten mir aber, dass sehr viele über diese Umbauaktion eher den Kopf schütteln und sich fragen, warum hier so einfach und unnötig Geld verbrannt wird. Schließlich wurde für diese Aktion ein nicht unerheblicher Aufwand durch diverse Unternehmen betrieben.

Naja, ich persönlich bin mir nicht sicher, ob es unbedingt sinnvoll ist, den Deckel von der Henne zu nehmen und ob alle anderen Umgestaltungsmaßnahmen, die in dem Zusammenhang geplant sind, realisiert werden müssen. Die Reaktionen der Öffentlichkeit sind da ähnlich uneinig. Ich hoffe nur, dass die Entscheider sich wirklich sicher sind, dass der eingeschlagene Weg auch wirklich der richtige ist. Auch wenn hier zum größten Teil Fördergelder genutzt werden und die Stadtkasse nicht allein die Kosten tragen muss, sollte man darauf achten, die schon überstrapazierten Finanzen nicht noch weiter (über-)belastet werden.

Veröffentlicht am 12. August 2011 in Meschede, Persönliches und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. fünf nach zwölf

    Hennedeckel bricht nicht zusammen
    – wohl aber die Lügengebäude der Stadt Meschede

    Ein Flair der ganz besonderen Art konnten die vereinzelten Besucher des Hennedeckelfestes genießen. Sie waren nahezu allein in der Innenstadt unterwegs. Trotz massiver (= kostenintensiver) Werbung für dieses Fest haben die Mescheder mit den Füßen abgestimmt und sind zu Hause geblieben.

    Mit großer Wucht traf mich dann die Darstellung des Festes in der Presse!

    Fast eine ganze Seite Lobhudelei in der WP/WR (16.8.11) versucht das Hennedeckelfest erneut in ein Licht zu rücken, in dem es kaum ein Mescheder sieht. Sauerlandkurier und Radio Sauerland flankieren die ganze Propagandaaktion mit ähnlich gelagerten Beiträgen.

    Keine einzige kritische Stimme zu dieser groß angelegten Verschwendung von Steuergeldern?

    Bei solcherart Berichterstattung fragt man sich, wo in Deutschland die so gelobte „freie Presse“ bleibt. Ich jedenfalls bin „heilfroh“, dass es Plattformen à la schwenke und einige mutige Autoren und Kommentatoren gibt.

    Aber warum?
    Rat und Verwaltung der Stadt Meschede wollen um jeden Preis ihre Wahrheit verbreiten?!
    Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?!

    – Hennedeckelfest ins Wasser gefallen

    – Sanierung des Hennedeckels sinnvoll und weit günstiger als Offenlegung der Henne

    – Regionaleprojekt ohne nachhaltigen Nutzen für Meschede

    – Kernschmelze Mescheder Finanzen steht kurz bevor

    Hier wird wieder Geld der Mescheder Bürger durch den Rat und die Verwaltung in großem Stil verschwendet ohne Unrechtsbewusstsein. Unfähigkeit und Überforderung der Verantwortlichen dürfen nicht weiter zu Lasten der Steuerzahler gehen.

    Bürger müssen den Verantwortlichen verschärft nicht nur auf die Finger schauen, sondern klopfen. Sofort und kräftig!

    Siehe auch:
    http://www.schiebener.net/wordpress/?p=13420

  2. Axel Schwenke

    Wie ich heute hörte sei in Kürze so oder so eine Grundsanierung des Tunnels notwendig.
    Damit einhergehend vermutlich auch umfangreiche Reparaturarbeiten und evtl. Sanierungen in einem nicht unerheblichen finanziellen Rahmen.
    Wenn dem so ist, dann wäre diese ganze Deckel-Aktion natürlich eine Möglichkeit, diese Kosten klein zu halten, wenn man die öffentl. Gelder für das Projekt nutzt.
    Ob da aber etwas Wahres dran ist…. Keine Ahnung.

  3. Am Besten man unternimmt in Meschede (ob des leeren Geldbeutels) keinerlei städtebauliche Maßnahmen mehr und lässt den Charme der Stadt so, wie sie eh momentan auf Besucher wirkt: uninteressant, leblos, praktisch, aalglatt und betongrau.

  4. Axel Schwenke

    Natürlich ist es notwendig, dass sich Meschede verändert. Es muss sich etwas verändern. Je eher, desto besser.
    Die Frage ist nur, was will man ändern und was soll das Kosten?
    Bei der leere Kasse sollte sich der Rat der Stadt schon sehr sicher sein, dass das Projekt realisierbar ist und auch einen nachhaltigen Nutzen hat. Es geht ja nicht nur um den „Deckel“ selbst, sondern auch um das Drumherum.
    Dieses Projekt ist mehr als Peanuts. Hier geht es trotz der Fördermittel um viel Geld.
    Ich hoffe und wünsche mir, dass hier wirklich alles sauber geprüft und geplant wird.

  5. Reinhard Loos

    Die „Regionale 2013“ scheint dazu zu führen, dass mehrere mega-teure Projekte in Gang gesetzt werden: Henne-Entdeckelung in Meschede, viel zu aufwendige Erweiterung des Sauerlandmuseums in Arnsberg, viel zu aufwendige Erweiterung der Musikakademie in Fredeburg, … Gleichzeitig wird langsam auch den Optimisten klar, dass man sich von den Erwartungen auf 80% Landeszuschuss wird verabschieden müssen.
    Aber einige Damen und Herren, die die Regionale mit beschlossen haben, scheinen immer noch der Meinung zu sein, dass alles was im Rahmen der Regionale nun stattfinden soll, immer richtig ist???
    MbZ, SBL und andere sind auf der Suche nach dem Weg, wie sich die Regionale auf ein vernünftiges Maß zurückschrauben läßt, gegen CDU, SPD und andere Fraktionen. Hat jemand noch Vorschläge, wie dies gelingen kann?

  6. Lutz Wendland

    @Reinhard Loos:
    Ich weiß, wie es im Kreishaus zugeht und welch schweren Stand die SBL dort hat.
    Ich kenne aus eigener Erfahrung den Zuspruch der etablierten Parteien im Mescheder Rat zum Thema „Regionale 2013“ und habe noch die Aussage im Ohr, „Förderung bis zu 90% für einzelne Regionale Projekte“ (Aussage ist so im Stadtrat Meschede gefallen).
    Im Projektmanagement habe ich gelernt, dass ein Projekt auch abgebrochen werden muss, wenn sich im Verlauf zeigt, dass dieses Projekt nicht das hält was es Verspricht.
    Der Landrat Dr. Schneider sagte in einer Kreistagsitzung auf Nachfrage bzgl. der gesunkenen Förderquote:
    „In den Verwaltungen sitzen Fachleute, die ihr Handwerk verstehen, und diese würden sich den veränderten Bedingungen anpassen“ (Die Aussage ist nicht wörtlich zitiert, aber sinngemäß).
    Ich weiß nicht, ob eine Anpassung der einzelnen Projekte überhaupt gewollt ist; ich glaube nicht!?
    Es besteht nur die Möglichkeit, dass die „Minderheiten“ in den Kommunalparlamenten, wie z.B. die SBL oder MbZ, klar stellen, welchen Standpunkt sie vertreten.
    Wir (SBL und MbZ) wollen den Bürgern sagen, dass wir die durch die Regionale zusätzlichen neuen Schulden für unverantwortbar halten!
    Ansonsten hilft nur die Aufforderung, dass die Bürger sich an Ihre gewählten Abgeordneten wenden und sich einmischen. Nicht nur zur Wahl, auch zwischen den Wahlterminen sollten Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung
    kundtun.

  7. @ Reinhard Loos, Lutz Wendland

    Einige Vorschläge, um diesem „Visionswahn“ von Politik sowie Verwaltung in Meschede ein Ende zu setzen und Politik sowie Verwaltung wieder ins „Diesseits“ zu befördern:

    Der Widerstand der Bürger gegen diese bürgerfeindlichen Projekte muss organisiert werden.
    Die politischen Kanäle sind ja augenscheinlich total blockiert!!!
    Also kann nur massiver Protest über die Öffentlichkeit/ Straße Einhalt gebieten.

    I. Kräfte bündeln

    Rat und Verwaltung Meschedes haben genügend „verbrannte Erde“ hinterlassen. Viele Mescheder fühlen sich verschaukelt und unterstützen offen oder verdeckt den Widerstand. Anknüpfungspunkte sind zahlreich vorhanden:
    Gewerbegebiet Enste Nord, Ruhrtaltrasse-Nein, Weingärten, Hünenburgstraße, Abriss Alter Bauhof/ Portugiesenheim, Verkehrsführung Innenstadt, neue Ostringbrücke …

    II. Informationsmonopol von Politik und Verwaltung durchbrechen

    Es ist zwingend erforderlich, dass ein Gegengewicht zur „offiziellen Informationsmacht“ aufgebaut wird. Auch hier ist festzustellen, dass die üblichen Kanäle blockiert sind.
    Informationen zu den tatsächlichen Kosten (manipuliertes Zahlenwerk, wegbrechende Förderung) sowie fehlende Nachweise zur Nachhaltigkeit der Projekte sind über lokale Medien nicht zu kommunizieren.

    – Ostringbrücke vor dem ersten Spatenstich schon deutlich teurer als geplant

    – Versuchte „Gehirnwäsche“ in der Innenstadt durch Plakatierungswahn

    Gegenposition beziehen durch:
    Internetplattform; bspw. „Regionale: Nein Danke!“ Zu Risiken und Nebenwirkungen der Regionale befragen sie besser nicht den Bürgermeister …
    Flyer, Handzettel, Schilder, Anzeigen in der Zeitung (hinterfragende Berichterstattung in lokalen Medien ist nicht zu erwarten)…

    III. Entzaubern der Regionale als Generallösung für alle Probleme Meschedes

    Aufklären über „finanzielle Risiken“ und in harten Euros zu „erwartende Nebenwirkungen“, die durch überflüssige Brückenbauprojekte und nicht nachhaltige Regionaleprojekte das Portemonnaie jedes Mescheders treffen werden!
    Wie will eine Kommune im Nothaushalt das Gesamtpaket langfristig überhaupt stemmen können?
    Vor Augen führen, dass erfolgreiche Veranstaltungen in Meschede auch ohne Entdeckelung der Henne und ohne neue Ostringbrücke möglich sind.
    Für mich das perfekte Beispiel:
    Zum Innenstadtdinner kamen ca. 5.000 Besucher ohne Boulevard und ohne im Kreis um den Stadtkern herum zu fahren. Hierfür brauchen wir ja laut Verwaltung/ Politik die teure Ostringbrücke.

    IV. Organisation von Veranstaltungen, um Öffentlichkeit zu schaffen

    Infoveranstaltungen initiieren.
    Festveranstaltungen planen. Vereinsheim der Portugiesen bietet sich hierzu an. Der portugiesische Kulturverein steht ja immer noch ohne neue Bleibe im „Regen“.

    Spendenkonto gegen Regionaleprojekt/ Brückenbau einrichten und offensiv bewerben.

    Nur Mut! Tut was!

  8. Ließchen Müller

    Danke Hermes!

    Dann legen wir mal sofort los! Ich eröffne den Internet-Abstimmungs-Reigen in diesem Blog und bei Zoom mit

    „Regionale: Nein Danke“ !

    Die WP faselt ja im Auftrag der Stadtoberen etwas von 90 Prozent Zustimmung zur Regionale. Eins, zwei, drei oder ich weiß nicht wie viel der Neunzigprozent-Bürger sollten sich hier mal als „Pro Reg“ outen. Ich kenne bis jetzt nämlich keinen. Das Meinungsbild der Mescheder kommt mir ziemlich unausgewogen vor. Tendenziell ist es:

    Regionale: Bitte nicht! Regionale: Dies brauchen wir nicht! Regionale: Flüssiger als Wasser, überflüssig!

    PS: Ich kenn die falschen Leute! Oder?

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