Geocaching – Nach einer Pause wieder mit dabei

Geocaching Container - Regular

Bild von Cache Mania via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Wie alles begann…

Mit viel Enthusiasmus startete ich am 16. September 2007 mit dem Geocachen.
Damals führte mich und meine Familie ein spontaner Spaziergang zusammen mit einem guten Freund zum nahe gelegenen Küppelturm. Kurz zuvor hatten wir von Geocaching gehört und eher zufällig hatten wir auch die passenden Cacheinformationen dabei. Vor Ort konnten wir den Cache nach ziemlich langer Suche dann auch finden. Es ist natürlich für den Anfang immer sehr schwer nach etwas zu suchen, – das man zuvor noch nie in den Händen hielt.

Dieser erste Fund hat uns mit dem Geocache-Virus infoziert und in den darauf folgenden Monaten gingen wir immer häufiger auf die Jagd nach den kleinen oder großen Film- und Tupperdosen, Munitionskisten oder sonstigen Behältnissen, die vornehmlich in und um Baumstümpfe, unter Steinen oder gerne auch oben in Bäumen, unter Brücken oder sonst wo versteckt sind. Ich habe zusammen mit Torsten viele Kilometer in den Wäldern und auf den vielen – Wanderwegen dieser Region zurückgelegt. Irgendwann traf man unterwegs oder bei Veranstaltungen andere Cacher mit denen man sich auch immer mal wieder verabredete, um gemeinsam auf die Jagd zu gehen. Es entwickelte sich zu einem gewissen Ritual, dass wir gemeinsam vornehmlich freitags abends meist in der Zeit von 20:00 bis max. 5 Uhr in der Früh unterwegs waren. Schon als Kinder war ich von Nachtwanderungen begeistert und so hat es mir natürlich auch viel Spaß gemacht, im Lichtschein der Taschenlampe diesem Hobby nachzugehen. Allerdings ist es als Familienvater natürlich nicht leicht um vier oder fünf Uhr wieder nach Hause zu kommen und dann weniger als etwa zwei Stunden später von den eigenen Kindern geweckt zu werden. Der Samstag war dann meist geprägt von einer gewissen Trägheit und regelmäßigem Gähnen. Das war dann der Preis für die nächtlichen Touren.

Irgendwann setzte sich bei mir aber eine gewisse Sättigung ein und zusätzlich führten ein paar andere Dinge ebenso dazu, dass ich meine Aktivitäten mehr und mehr zurück fuhr. Die Folge war, dass ich am 11. April 2010 nach 444 gefundenen Caches mit der Suche nach der Dose im Wald aufhörte. Geocaching hatte für mich an Reiz verloren, was sicher auch daran liegt, dass nachts alle Wege gleich aussehen und man von der schönen Umgebung nicht viel hat, weil man sie schlicht nicht sieht. Ein paar andere Faktoren kamen noch erschwerend dazu, so dass ich mich zurückzog und nicht mehr aktiv war.

Diese Abstinenz hielt nun für genau 782 Tage und so kam es, dass ich am 1. Juni 2012 den GPS-Empfänger aus dem Schrank nahm und mit meinen Jungs auf die Suche nach ein paar Caches in der näheren Umgebung ging. Ich begann ganz langsam wieder Gefallen daran zu finden und so kamen im Laufe der vergangenen zwei Monate 70 gefundene Caches hinzu. Vor allem den Urlaub auf Sylt nutzte ich, um dort einige schöne Stellen aufzusuchen.

Geocaching

Bild von Roy Paulsen via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Dennoch hat sich in der Zeit meiner Abwesenheit einiges getan.
In den bekannten Foren und Webseiten lese ich immer häufiger vielfach unnötige Diskussionen und Ärgernisse über die verschiedensten Kleinigkeiten, die meistens – nicht einmal erwähnenswert sind. Dadurch, dass sich Geocaching zu einem gewissen „Volkssport“ entwickelt hat und immer mehr Leute diesem Hobby nachgehen, stieg auch die Anzahl der versteckten Dosen, worunter aber auch die Qualität leidet. Heute ist es eher Masse statt Klasse und irgendwie ist der Ton unter den Cachern auch um einiges rauer geworden. Immer häufiger feindet man sich gegenseitig an oder diskutiert die Themen kaputt. Aktuelle Fälle von spontan archivierten Caches und die daraus resultierenden „Racheaktionen“ führen das ganze Thema schon eher ins Lächerliche.

Viele Caches muss man in Feld und Flur aber auch nicht mehr großartig suchen, denn vielfach weist schon ein neuer Trampelpfad (die sog. Cacher-Autonbahn) auf direktem Wege zum Cacheversteck. Viele Cacher suchen da auch eher nach dem Prinzip „nach mir die Sintflut“ und genauso sieht es dann rund um das Versteck aus. Das sind alles Dinge, die einem den Spaß an diesem Hobby eher vergehen lassen.

Ich für meinen Teil, werde in Zukunft gerne weiter die eine oder andere Dose suchen, aber so verrückt, wie noch vor etwa drei Jahren werde ich es nicht mehr treiben. Was nicht gefunden wird, bleibt halt liegen.

Ich nehme es gelassen und werde mir den damaligen Stress ganz sicher nicht mehr antun. Und wie ich sehe, reagieren andere Cacher aus der damaligen Zeit heute genauso. Mal sehen, wie sich das alles entwickeln wird.

Veröffentlicht am 3. September 2012 in Allgemeines, Persönliches und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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