Das Teil war ja e(h)-Schrott.

Wie heizt man der Holzkohle beim Grillen richtig ein?IMG_1499

Spiritus habe ich selbst nie benutzt. Es ist unpraktisch und birgt gerade bei anwesenden Kindern immer ein gewisses Risiko. Selten kamen diese festen Grillanzünder zum Einsatz. Die waren ja immer dann nicht zu finden oder aufgebraucht, wenn man sie am dringendsten benötigt hat.
Lange Zeit habe ich einen kleinen Gasbrenner genutzt, den man sonst zum Entfernen von Unkraut benutzt. Aber das war auch immer etwas umständlich und für mein Dafürhalten dauerte es einfach zu lange.

Ich wollte mal was Neues ausprobieren. Die – Kosten sollten sich aber in Grenzen halten und so traf es sich ganz gut, dass unser Supermarkt um die Ecke mal wieder ein paar „hochwertige“ elektrische Werkzeuge zum Kauf anbot. Grundsätzlich halte ich ja nichts von Werkzeugen und Elektrogeräten im Allgemeinen, die im Supermarkt verkauft werden, aber hier wollte ich eine Ausnahme machen.

Beim nächsten Einkauf fand sich kurz danach also das im Prospekt beworbene PARKSIDE Heißluftgebläse PHLG 2000 B1 für nur sage und schreibe 9,99 Euro wieder. Von diesem Hersteller habe ich in der Vergangenheit bisher nur gelesen und so hatte ich bislang keine eigene Meinung über die Qualität seiner Geräte.
Nachdem das Gebläse nun die ersten Wochen ungenutzt und ungeöffnet im Werkzeugschrank verweilte, wollte ich es heute zum Einsatz bringen. Für die Zwecke als Grillanzünder lag ja sogar ein entsprechender Aufsatz bei – wie praktisch. Ich war also guten Mutes und nahm das 2000W starke Gebläse in Betrieb. Ich war erstaunt, wie schnell die Kohle glühte. So schnell konnten wir noch nie Wurst und Steaks auflegen. Ich freute mich über diesen Neuerwerb und dessen tolle Möglichkeiten.

Vor dem Weglegen wollte ich dieses Wunderwerk Deutscher Ingenieurskunst dann noch einmal einschalten, um die zwei verschiedenen Temperaturstufen zu testen. Ich schaltete also ein. Es tat sich nichts. Noch einmal aus und wieder ein. Nichts. Ist der Stecker aus dem Verlängerungskabel gerutscht? Nein, der steckt fest in der Buchse. Die Sicherung konnte es auch nicht sein, da der kleine Springbrunnen an derselben Steckdose noch vor sich hin sprudelte.
Es war vermutlich nur überhitzt, so meine Vermutung. Also legte ich das Gerät zur Seite und nach ca. 30 Minuten versuchte ich es erneut. Klick – klack. Nichts zu machen. Nach nur sehr wenigen Betriebsminuten, von Betriebsstunden kann ja noch nicht ansatzweise die Rede sein, hat dieses „hochwertige“ und „hochpreisige“ Präzisionswerkzeug schon sein Leben ausgehaucht.

Ich habe bei billigen Werkzeugen ja schon viel erlebt und auch in diesem Fall einiges erwartet. Aber dass das Gerät nach der ersten Nutzung schon zu einem grünen Haufen Elektroschrott mutierte, war und ist mir unbegreiflich. Aber gut… irgendwoher muss dieser Preis (nochmals zur Erinnerung: 9,99 Euro) ja herkommen. Dabei bin ich mir absolut sicher, dass kein Gerät dieses Modells die zwei Jahre Gewährleistung überleben wird. Es sei denn, es bleibt die gesamte Zeit über ungenutzt im Karton.

Mein einziges und eigentlich für später erst erwartetes Fazit:
Das ist und war Kernschrott aller erster Güte. Eine Verschwendung von Energie, Material und Zeit, die man mit diesem Schrott vergeudet hat.

Klar, das hätte ich vorher wissen müssen. Bei dem Preis. Aber ich hätte mir nur für das Anfeuern des Grills kein Gebläse für 50 Euro im Baumarkt gekauft. Das wäre es mir für diesen einen Zweck nicht wert gewesen, denn einen anderen Einsatzzweck fand ich in unserem Haushalt dafür nicht. Jetzt bin ich schlauer und werde das Teil am Montag wieder zurückbringen und zukünftig wieder einen groooooßen Bogen um Supermarktwerkzeuge und Geräte aus dem Hause Parkside machen .
Es ist wirklich nicht verwunderlich, dass es nicht einmal eine Website dieses Herstellers gibt. Man landet bei der Suche immer nur auf der Webseite von Lidl. Huch, jetzt habe ich den Namen des Supermarkts ja doch ausgeplaudert. Naja, was solls.

Danke für die Aufmerksamkeit. 😉

Veröffentlicht am 13. Juli 2013 in Allgemeines, Persönliches und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Also von solchen Produkten überhaupt eine (Grund-)Funktionsfähigkeit zu erwarten ist doch reichlich naiv, oder nicht?
    Kleiner Tip zum sauberen, sicheren Anzünden von Holzkohlegrills:

    – Ordentliche Holzkohle (Vorzugsweise Briketts)
    – Einen Anzündkamin (z.B.: http://amzn.to/13aiIXU )
    – Papier/Pappe anzünden, und unter den Kamin legen.
    Fertig.

    Da braucht es keine Hilfsmittel wie Elektroföhns, oder Spiritus. Funktioniert wirklich. Man kann zwar nicht drauf drücken (oder clicken, das ist ja neuerdings immer so ein Argument), aber dafür macht es, was es soll.

  2. Ich finde, dass es schon ein Unterschied ist, ob man ein Gerät kauft, um es z.B. bei Renovierungsarbeiten einzusetzen oder nur, um damit ein paar mal im Jahr den Grill anzufeuern.
    Hätte ich ein derartiges Gerät bei irgendeiner Renovierungsaktion gebraucht, dann hätte ich ganz sicher nicht eines für 9,99€ gekauft.

    Ich denke, dass man immer die Verhältnismäßigkeiten berücksichtigen muss. Und dabei finde ich es nicht naiv, von diesem Gerät eine Funktionsfähigkeit zu erwarten, die über den Einsatz von 2-3 Minuten hinaus geht.

  3. Wie sieht es mit Garantie aus?

    Für meine gelegentlichen Kopfhörerreperaturen und div. Kleinkram nutz ich seit 2 Jahren oder so ’nen Parkside-Lötkolben, auch von LIDL für IIRC 8 Euro oder so, und der tuts immer noch wie er soll.

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