Die Sache mit den Werksangaben…

Zapfpistole für E10-Benzin

Bild von Astrablog via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Vor einigen Wochen und Monaten kam in den Medien wieder einmal die Diskussion auf, dass die Verbrauchsangaben der Autohersteller weit von der Realität entfernt seien und mit dieser nichts gemein hätten. Die Bordcomputer würden außerdem viel zu geringe Werte ermitteln und den Fahrer dabei eine falsche Realität vorspielen. Da nur die Wenigsten nach dem Tanken den wahren Durchschnittsverbrauch ausrechnen, fiele dieser falsche Verbrauchswert in aller Regel nicht auf. Man unterstellte den Herstellern damit, dass sie die Besitzer bewusst täuschten, um die Absatzzahlen ihrer Fahrzeuge nicht zu gefährden.
Das Fazit dieser Berichterstattung: Die bösen Hersteller, die den Kunden mit falschen Angaben an der Nase herum führen, sind-  schuld.

Nun habe ich an dieser Stelle ja schon erwähnt, dass ich gerade wegen des Verbrauchs und der damit verbundenen Kosten auf ein neues Auto und einen anderen Treibstoff umgestiegen bin. – Dabei war und bin ich natürlich sehr daran interessiert, dass sich meine Pläne auch in die Realität umsetzen lassen und kontrolliere sie entsprechend. Vor dem Kauf verglich ich natürlich die Angaben der Hersteller und zog sie damit in meine Kaufentscheidung mit ein.
Die Herstellerangabe bezüglich des durchschnittlichen Verbrauchs des Skoda Octavia mit dem 1.6l TDI Motors liegt bei kombinierten 4,5l/100km. Der ADAC hat in seinem eigenen Test einen Verbrauch von 4,8l/100km ermittelt. Das sind die Werte, nach denen ich mich richte und die ich mit den an der Tankstelle ermittelten Werten vergleiche.

Ich habe seit dem Kauf des Octavia nun 10.206km hinter mich gebracht und dabei 15 Mal getankt, wobei insgesamt 494l im Tank verschwanden. Daraus ergibt sich ein Durchschnittsverbrauch von 4,84l pro 100km. Das entspricht einem Mehrverbrauch von 0,34l/100km (+7.6%) gegenüber den Angaben des Herstellers. Die von mir ermittelten Werte können auf der Seite Spritmonitor.de nachgelesen werden: Spritmonitor.de

Dabei ermitteln die Hersteller den Verbrauchswert auf einem Prüfstand, bei dem der Luftwiderstand unberücksichtigt bleibt, da das Auto selbst nicht bewegt wird, und zusätzliche elektrische Verbraucher (Klimaanlage, Radio, Licht usw.) ausgeschaltet bleiben. Ich fahre abends und nachts natürlich mit Licht und habe natürlich auch das Radio und zum Teil auch die Klimaanlage eingeschaltet. Zudem befahre beinahe ausschließlich Straßen im Sauerland und muss dabei etliche Höhenmeter überwinden. Damit dürfte mein durchschnittlicher Verbrauch dann noch weit unter dem Wert des Herstellers liegen. (http://geo.ebp.ch/gelaendeprofil/)

Was sagt uns bzw. mir das?
Die Tests der Hersteller sind schon ok und richtig. Denn sie sorgen mit ihren Messmethoden auch dafür, dass die Werte von unterschiedlichen Modellen und Herstellern vergleichbar bleiben. Denn jeder Hersteller und vor allem jedes Modell ist ja anders ausgestattet. Eines mit und eines ohne Klimaanlage. Dabei ist es ja auch ein Unterschied, ob man diese einschaltet und auf welchen Wert sie eingestellt ist. Der eine fährt tagsüber immer mit Licht, der andere nicht. Der eine wohnt an der Küste, der andere im Hochgebirge. Das sind alles Faktoren, die bewusst und zurecht unberücksichtigt bleiben.
Wenn der Golf nun mit 6l angegeben ist und der Astra mit 7l/100km, dann kann man davon ausgehen, dass der Golf sehr wahrscheinlich immer einen Liter weniger verbrauchen wird, als der Astra, wenn derselbe Fahrer das Auto dieselbe Strecke entlang bewegt.

Zudem sind die Werte gar nicht so fern ab der Realität und der Bordcomputer rechnet auch relativ genau. Und das tat er in bislang allen meiner Autos, die damit ausgestattet waren.

 

 

 

 

Veröffentlicht am 18. Juli 2013 in Auto und Verkehr, Persönliches und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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