Was sind eigentlich RSS-Feeds?

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Bild von Phillip Barron via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Der Mensch im Jahre 2013 möchte informiert sein. Auf dem aktuellen Stand bleiben und über Neuigkeiten Bescheid wissen. Egal, ob es sich um das eigene Hobby, aktuelles Tagesgeschehen, Sportergebnisse, lokale Ereignisse oder den berühmten Sack Reis in China dreht. Wir wollen uns informieren.

Aber wie geht man vor, wenn man auf der Suche nach diesen Informationen ist? Kein Nachrichtenportal der Welt informiert uns vollständig über Dinge, die uns so brennend interessieren. Wir müssen die für uns wichtigen Informationen also zusammen suchen und dabei etliche Webseiten besuchen bis unsere Neugier erschöpft ist. Selbst auf einer Webseite muss man sich vielfach durch die Themenbereiche klicken, um die richtigen Dinge zu finden. Also alles sehr umständlich und zeitraubend.

Vor diesem Problem stand ich vor einiger Zeit auch und ich suchte nach einer geeigneten Alternative. Ich suchte einen zentralen Ort, wo sich die für mich interessanten Informationen nach Möglichkeit auch automatisch sammeln ohne dass ich dazu erst zig Webseiten besuchen muss. Für diesen Zweck gibt es die sog. RSS-Feeds.

Was sind RSS-Feeds? RSS steht für „Really Simple Syndication“ und beschreibt eine Art Nachrichtenticker, der von annähernd allen Nachrichtenportalen, Blogs usw. angeboten werden. Wenn eine solche Webseite eine neue Information veröffentlicht, so wird diese Nachricht zusätzlich über diesen RSS-Feed veröffentlicht. Die Feeds (englisch to feed – im Sinne von füttern, einspeisen, zuführen) können mit Hilfe verschiedener Anwendungen abonniert werden und man bekommt damit quasi in Echtzeit den neuen Beitrag zentral frei Haus geliefert. Einige Seitenbetreiber schreiben in ihre Feeds nur eine kurze Zusammenfassung oder die ersten Zeilen des eigentlichen Beitrags, während andere den vollständigen Wortlaut inkl. verschiedener Bilder und Grafiken übertragen. Man muss damit den Informationen also nicht mehr hinterher laufen, sondern sie landen durch die Anwendung zentral direkt auf Rechner und können dort gelesen werden. Ob eine Webseite diese RSS-Feeds anbietet erkennt man meist an dem RSS-Logo (siehe oben) auf der Webseite. Über dieses Icon gelangt man in der Regel direkt zur Adresse des Feeds.

RSS Reader gibt es als Anwendung für die verschiedensten Betriebssysteme. Auf http://www.rss-verzeichnis.de/rss-reader.php findet man eine ganze Liste mit unterschiedlichen Programmen. Der Nachteil ist allerdings, dass man die Anwendung natürlich auch auf dem Rechner, mit dem man gerade arbeitet, installiert haben muss, um die Feeds lesen zu können. Arbeitet man an verschiedenen Rechnern und hat man dort evtl. nicht die Möglichkeit eine „fremde“ Software zu installieren, dann fällt diese Methode natürlich aus oder man muss die Feeds mehrfach verwalten.

Google bot bis vor einiger Zeit einen eigenen Dienst (Google Reader) an, mit dem man RSS-Feeds verwalten und lesen konnte. Dieser Dienst wird allerdings von Google nicht weiter betrieben.
Ich nutzte bis dahin die RSS-Funktion der E-Mailsoftware (Microsoft Outlook) auf meinem PC, war aber aufgrund der fehlenden Flexibilität nicht wirklich zufrieden. Ich wollte die Feeds auch auf anderen PCs lesen können, ohne irgendeine Software nutzen zu müssen. Und natürlich wäre auch der Zugriff unterwegs von meinem Smartphone aus eine schöne Sache.

Die Lösung fand ich dann in einer Webapplikation, die man relativ einfach auf dem eigenen Webserver – soweit vorhanden – installieren kann. TT-RSS war der Name (http://tt-rss.org/redmine/projects/tt-rss/wiki) und es bietet genau das, wonach ich gesucht hatte. Voraussetzung für die Installation ist ein Webserver mit einer PostgreSQL- oder MySQL-Datenbank und PHP5.3 oder aktueller. Die Installationsdaten des TT-RSS lädt man auf den Webserver und über eine eigene Weboberfläche, die im Programmpaket enthalten ist, kann man dann die Einrichtung des Dienstes vornehmen. Nach wenigen Minuten hatte ich alle notwendigen Schritte durchgeführt und ich konnte mich daran machen, die Feeds einzurichten, die sich zusätzlich auch in Kategorien gruppieren lassen. Außerdem kann man in dem System zusätzliche Benutzer einrichten, die sich dort ihre eigene Nachrichtenzentrale aufbauen können. Das Ganze wird zum Schluss noch durch eine kleine App abgerundet, die ich auf meinem Smartphone installieren konnte, so dass ich auch unterwegs nicht auf diese Informationen verzichten muss.

Da die Feeds aktiv eingesammelt werden müssen, bedarf es natürlich eines Mechanismus, der das in regelmäßigen Abständen automatisiert erledigt. Hier stieß ich anfangs noch auf ein Problem, da diese Automatismen (sog. Cronjobs) nicht zum Funktionsumfang meines Webservers gehören. Für den Fall gibt es aber auch Hilfe in Form externer und vor allem kostenloser Anbieter, die diese Cronjobs übernehmen. Ich habe mir einen kostenlosen Account bei https://www.cronjob.de/ eingerichtet, der für mich die Aktualisierung der Feeds alle 30 Minuten startet. Für alle, die vor demselben Problem stehen und evtl. nicht wissen, welche Adresse durch den Cronjob aufzurufen ist, hier kurz die Lösung dazu: http://eigenerwebserver.tld/public.php?op=globalUpdateFeeds&daemon=1

RSS-Feeds gibt es schon seit 1999. Sie werden meist aber etwas stiefmütterlich behandelt und viele wissen mit dem Begriff gar nichts anzufangen. Wenn man aber einmal auf den Geschmack gekommen ist, dann möchte man diese Funktionen nicht mehr missen.

Veröffentlicht am 8. November 2013 in Internet und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Nur so als Tip, wenn man sowieso owncloud am laufen hat, gibt es eine gut funktionierende Erweiterung.
    Die hat den smarten Vorteil, das es Bildschirm optimierte Apps für Tablet und Handy gibt. Man hat dann ein ähnliches System wie es google damals angeboten hat.
    Trotzdem werde ich wohl das noch umbauen, da im laufe der Zeit die Datenbanken einfach zu gross und zu langsam werden.
    Oder werden bei Deiner Lösung, alte nicht markierte Artikel automatisch gelöscht?
    RSS2Mail schaut recht gut aus, dank IMAP hab ich die Artikel auch schön sortiert. Zudem lassen sich die Artikel einfach und schnell löschen.

  2. Natürlich kann man bei TTRSS alte Artikel automatisch löschen lassen. Ich habe 8 Tage als max. Alter definiert. Alles was dann noch in der DB hockt wird gnadenlos gelöscht.

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