Kann das Tablet ein Notebook ersetzen?

Ein Erfahrungsbericht.

Der Tablet-Markt boomt. Immer neue Geräte finden immer neue Kunden und so ist seit Jahren ein stetig steigender Absatz erkennbar. Auch ich habe im letzten Jahr ein Tablet in unseren Haushalt gebracht. Ein Apple iPad3 ist seitdem unser treuer Begleiter und wir nutzen es recht intensiv für alle anfallenden Aktivitäten. E-Mail, Surfen, Videos, Spiele usw. Via Mobilfunk ist es auch unterwegs nutzbar und hat uns schon so manchen Dienst erwiesen.

Kann ein Tablet – und speziell das iPad – ein Notebook in angemessener Art und Weise ersetzen? Das alte Notebook war damals kaum noch nutzbar und es musste auf jeden Fall ein Ersatz her. In meinem Home-Office nutzte ich parallel ein zweites noch recht junges Notebook, das ich über einen zusätzlichen Monitor, Tastatur und Maus eingesetzt habe. Das Gerät verblieb aber die meiste Zeit im Büro, da ich es doch sehr häufig benötigte.

New iPad

Bild von John Karakatsanis via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Kam es nun dazu, dass längere Texte geschrieben und vor allem auch gedruckt werden sollten, so ist das Tablet dazu ein eher unbequemes Werkzeug. Wer schon einmal versucht hat, längere Text auf einem Tablet zu tippen, der weiß wovon ich spreche. Man vertippt sich sehr häufig, da das Feedback einer echten Tastatur fehlt. Man spürt nicht, ob die Finger richtig liegen und die automatische Rechtschreibkorrektur kämpft mit dem Kauderwelsch, dass man auf dem Gerät hinterlässt.
Das spätere Formatieren des Textes ohne Maus ist für mich einfach nicht möglich. Nur mit den Fingern kann ich einen Text einfach nicht sauber markieren und formatieren. Meine Geduld ist dabei auch schnell verbraucht und ich lasse es dann lieber ganz, anstatt mich unnötig aufzuregen.

Aber selbst wenn der Text nun richtig getippt und in Form gebracht wurde, so folgt in vielen Fällen dann noch der Wunsch des Druckens. Ich habe in meinem Büro einen Schwarz/Weiß- und einen Farblaserdrucker von HP. Beide Geräte sind schon ein paar Jahre alt, funktionieren einwandfrei, aber eine Unterstützung für das Drucken von einem Tablet aus bieten beide nicht. Ich müsste mir einen neuen Drucker kaufen, um damit auch Tablet-Daten drucken zu können. Das kommt aber nicht in Frage, da ich funktionierende Geräte nicht entsorgen möchte und auch nicht bereit bin, für diese eine Funktion zusätzliches Geld in die Hand zu nehmen.
Bislang haben wir uns damit beholfen, dass wir die Daten in die Cloud (Dropbox usw.) übertragen haben und ich sie dann später vom Notebook aus gedruckt habe. Das ist möglich, aber auf Dauer nervt es dann doch. „Mal eben“ ist da nicht möglich.

Um dieses Problem nun lösen zu können und da das Notebook für einige Arbeiten auch so langsam an seine Grenzen stieß, entschloss ich mich, für das Büro einen neuen Rechner anzuschaffen und das Notebook weiter im Wohnzimmer zu nutzen. So steht es mir und dem Rest der Familie weiter zur Verfügung, es kann vom Wohnzimmer aus problemlos getippt und gedruckt werden und wir können es mitnehmen, wenn immer dies notwendig ist. Der Fernseher dient, wenn notwendig, als Monitorersatz und damit bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Für spontane Aktionen ist ja auch noch das iPad da.

Für das Büro habe ich mich für ein kompaktes Gerät aus dem Haue Shuttle entschieden. Schon vor etlichen Jahren habe ich mir einen Shuttle XPC zusammengestellt, den ich damals vielfach zum Daddeln genutzt habe. Damals, als man mit einem AMD Athlon XP 1800+ noch weit vorne mitgespielt hat. Der neue XPC SH67H7–  wird von einem Intel Core i5 3570 Prozessor betrieben, eine 256GB SSD und das installierte Windows 8.1 gibt dem Ganzen dann noch zusätzliche Performance.

Bei dem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis des neuen Rechners habe ich trotz der Ausgaben viel gewonnen. Wir können nun überall bequem Dokumente erstellen und ausdrucken und ich habe im Büro das Plus an Rechenleistung, das ich schon seit Monaten vermisst habe.

Mein Fazit zur Frage, ob ein Tablet ein Notebook bzw. einen PC ersetzen kann, lautet also ganz klar „Jein!“.

Wenn man nur surft, mailt, Online-Zeitungen liest und vielleicht mal ein paar Videos streamt, dann ist das eine wunderbare Sache. Zumal das Tablet ja hervorragend in jede Handtasche passt und so bequem mitgenommen werden kann. Geht es aber um mehr, so stößt man recht schnell an verschiedene Grenzen.

Einige Modelle, auf denen ein vollwertiges Windows installiert ist, gibt es ja schon. Mit diesen Geräten kann man dann auch ganz normal arbeiten, drucken und Anwendungen nutzen, die man schon vom PC kennt. Bei Android- und iOS-Geräten ist dies aber nicht möglich.
Hier sollte man beim Kauf also schon drüber nachdenken. Oder man macht es wie wir und behält ein zusätzliches Notebook im Schrank, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Aber eigentlich will man in den meisten Fällen mit dem Tablet ja ein vorhandenes Gerät ablösen.

 

Veröffentlicht am 21. Februar 2014 in Hardware, IT, Persönliches und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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