Danke, Jürgen Klopp!

BVB-im-HSK_2011-07-04 18-12-25Vor einigen Tagen war es nur ein ganz vages Gerücht. In den Kommentaren zu einem Bericht über Borussia Dortmund schrieb jemand, dass Jürgen Klopp ganz sicher zum Ende dieser Saison seinen Trainerstuhl räumen wird. Ich gebe zu, dass ich diesen Kommentar nur belächelt und dem Thema selbst keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt habe. Klopp wird gehen? Lächerlich. Doch nicht jetzt, nachdem die Krise überwunden ist und der BVB wieder auf gutem Kurs ist. Nicht perfekt, aber gut.

Und dann kam der gestrige Tag.
Mittwoch, der 15. April 2015.

Die Vögel der Bild-Zeitung pfiffen es mal wieder als erstes von den Dächern des Springer Verlags. Jürgen Klopp würde das Handtuch werfen und den BVB verlassen. Er würde aus seinem Vertrag, der eigentlich noch bis 2018 läuft, vorzeitig aussteigen. In dem Moment kam mir sofort wieder dieser Kommentar in den Sinn, in dem ja genau das schon angekündigt wurde. Aber hey, das hier war die Bild-Zeitung. Wieviel Wahrheitsgehalt kann in dieser Aussage schon stecken? Vermutlich hat einer dieser überkompetenten „Journalisten“ dieses Blattes das alles auf der Herrentoilette einer viertklassigen Spelunke aufgeschnappt und meint nun, damit den großen Treffer landen zu können. Ich prüfte daraufhin andere Nachrichtenportale und fand dort keine gleichlautende Information. Bild, die machen das. Lächeln und ignorieren. Alles nur heiße Luft.

Tja, und was nun? Wie und woher auch immer, aber die Bild hatte Recht. Die Pressekonferenz hat es einige Zeit später bestätigt. Eine Ära geht zu Ende. Insgesamt 334 Spiele bestritt Klopp als Bundesligatrainer (102 für Mainz und 232 für den BVB). Die Siegquote lag dabei bei 47% (158 Siege, 83 Unentschieden, 93 Niederlagen) [Quelle]. Kein anderer der heute aktiven Trainer ist dienstälter als er. Klopp war und ist eine Bank – in guten und in weniger guten Zeiten. Der Verein hat immer an ihm festgehalten, während andere ihre Trainer schon dreimal zum Mond geschossen hätten. Klopp blieb und das mit Erfolg und mit Recht. Welcher Verein kann schon von sich behaupten, dass der Trainer der Bundesligamannschaft sieben Jahren lang im Amt war? Bei der kleinsten Serie von Misserfolgen wird doch gleich gefeuert und ausgewechselt. Nicht aber bei Borussia Dortmund.

Klopps hat eine große Leidenschaft dem Fußball gegenüber, die er immer wieder auch und vor allem am Spielfeldrand zum Ausdruck brachte. Ok, er war vor allem für die Schiedsrichter nicht immer ein Mustertrainer, aber genau das machte ihn aus und es zeigte, wie sehr er den Fußball liebt und lebt.
Ich durfte ihn im Jahr 2011 hautnah bei einem Testspiel* der Borussia gegen unsere TuRa Freienohl und eine Sauerlandauswahl erleben, bei dem ich auch die Gelegenheit hatte, zwei drei Worte mit ihm zu wechseln. Ein toller Mensch, ein toller Typ.

Nun wird es also ein Ende haben. Nach dieser Saison werden wir einen neuen Trainer begrüßen (müssen). Es fällt mir schwer, mir ein anderes Gesicht an dieser Position vorzustellen. Jürgen Klopp ist Dortmund, Dortmund ist Jürgen Klopp. Wer kann/soll/wird ihn ersetzen?
Man liest immer mehr von Thomas Tuchel, den ich mich noch als Erster für diesen Posten vorstellen könnte. Andere kämen kaum in Frage. Aber was das angeht, so können wir wohl nur abwarten. Wir werden bald erfahren.

Danke für diese sieben Jahre. Danke für die vielen Erfolge und die tollen Spiele. Danke auch dem BVB. Mit dem Mann habt ihr damals alles richtig gemacht. Möge die Auswahl seines Nachfolgers ebenso glücklich und erfolgreich sein. NUR DER BVB!

[Nachtrag 27.04.2015]:
Den Nagel auf den Kopf trifft SchwatzGelb.de mit einem hervorragenden Kommentar zu Jürgen Klopp und seiner Arbeit. Nachzulesen [HIER].

 

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Und weil es so schön war und ist… das Beste von Jürgen Klopp!

 

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*Fotos vom Testspiel 2011 der Sauerlandauswahl gegen den BVB [HIER]

Veröffentlicht am 16. April 2015 in Sport und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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