Sonnenfinsternis – Kinder in die Schutzräume!

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Bild von Jürgen Mangelsdorf via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Während ich diesen Zeilen schreibe, schiebt sich der Mond Stück für Stück vor die Sonne und deckt immer größere Bereiche von ihr ab. Ein tolles Naturschauspiel und dabei so sellten in unseren Breiten zu beobachten.

Für diesen Tag haben wir den Kindern (2./4. Klasse) auch eine Sonnenfinsternis-Brille besorgt, damit sie diese Sonnenfinsternis optimal beobachten können und wir haben auch viel über darüber gesprochen, wie und warum es zu dieser Finsternis kommt. Aber leider haben wir die Rechnung ohne die Grundschule gemacht, in die die Kinder gehen.

Von ihr erhielten wir gestern einen vier Punkte Plan, den die Schule während der Zeit der Sonnenfinsternis einhalten will: Alle Räume werden verdunkelt. Hofpausen entfallen, Toilettengänge sind nur innerhalb des Gebäudes erlaubt und der Sportunterricht entfällt. Letzteres vermutlich, weil die Sporthalle einige hundert Meter von der Schule entfernt steht. Und beim Lesen dieser Regeln frage ich mich bei jedem Wort: Warum?

Im Internet ist zu lesen, dass unsere Schule mit diesem Maßnahmenplan nicht allein ist. Überall werden die Kinder in „Dunkelhaft“ genommen, wie der WDR2-Moderator Helmut Rehmsen es so treffend formuliert hat. Den Kindern wird hier bewusst ein nicht alltägliches Naturschauspiel vorenthalten. Mehr noch. Man suggeriert ihnen, dass es etwas Schädliches sei, wovor man sie aktiv mit allen Mitteln schützen müsse. Als wären es tödliche kosmische Strahlen, die genau in diesem Moment die Erde treffen. Das Heer der Übereltern wird damit noch in ihren Meinungen bestärkt, die Kinder vor allen möglichen äußeren Gefahren – ob sie nun real existieren oder nicht ist hier völlig unerheblich – zu schützen.

Liebe Schulen, liebe Minister oder wer sich diesen Nonsens ausgedacht hat,
es handelt sich hier um ein relativ seltenes Naturschauspiel und nicht um das Ende der Welt. Das Mittelalter hat die Menschheit erfolgreich hinter sich gelassen. Es gibt keine Gefahr aus dem All. Zumindest keine, die durch einen Sonnenfinsternis hervorgerufen wird.
Warum habt ihr die Gunst der Stunde nicht genutzt und habt das Thema mit den Kindern im Vorfeld intensiv besprochen? Warum keine Sammelbestellungen von Sofi-Brillen? Warum keine Bastelprojekte für die kleinen Lochkameras, mit denen man die Finsternis indirekt verfolgen kann. Indirekt, aber DRAUßen und nicht im künstlich verdunkelten Klassenzimmer.

Ich hätte mir so gewünscht, dass die Finsternis am Nachmittag stattfindet, damit ich sie mit meinen Kindern hätte beobachten können. Durch den anhaltenden Nebel verpassen die Kinder nun aber nicht viel. Es wird dennoch einmal Zeit, dass man die Kinder aus den Luftpolsterfolien herausholt. Wir schreiben das Jahr 2015. Das Mittelalter ist lange vorbei!

Dazu passend postete Ronny via Twitter dieses Bild, das genau das beschreibt, was ich momentan hier erlebe:

Veröffentlicht am 20. März 2015 in Persönliches, Wetter und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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