Anfangsgespeister Langdraht for my win!

In einem Jahr kann viel geschehen.
Seit meinem Wiedereinstig in die Welt des Amateurfunk hat sich meine Station bereits mehrfach verändert und bei Wahl der eingesetzten Kurzwellenantennen tat und tut sich auch einiges.

Für die Kurzwelle begann ich vor einem Jahr mit zwei Alumasten, die ich zum Teil aus meinen früheren Aktivitäten noch besaß und deren Fundamente und Hülsen noch vorhanden waren. Diese Masten befinden sich in je einer Grundstücksecke etwa 30m voneinander entfernt. Zwischen ihnen spannte ich für den Anfang einen Kelemen 80-40-20 Dipol, der mir von meinem langjährigem Nachbarn Wolfgang, DL8DZ, zur Verfügung gestellt wurde. Der Speisepunkt war am Dachgiebel angebracht, was nicht optimal, aber mehr oder weniger aus der Not heraus nicht anders möglich war. Ohne einen erhöhten Montagepunkt für die Einspeisung hätte die Antenne zu stark durchgehangen.

Wenig später begann ich mit dem Aufbau eines dritten Masts, der in der Mitte der beiden anderen platziert wurde. Dieser überragte um etwa einen Meter das Haus und diente mir als Aufhänger für den Kelemen Dipol. Mit dieser Konstellation konnte ich trotz des zum Teil recht starken Störpegels im 80m und 40m Band (S7-9) gute Ergebnisse erzielen. Innerhalb Europas bescheinigte man mir durchweg ein gutes und starkes Signal. Auch auf 20m arbeitete die Antenne sehr gut und bescherte mir Verbindungen in die USA, Südamerika, Asien und Afrika.

Der Eingebaute Tuner in meinem ICOM IC-7400 konnte den Dipol zwar auch sendeseitig für das 15m Band anpassen, allerdings war der Empfang extrem schlecht. Nur die stärksten Stationen waren sehr leise zu hören und mehr als ein oder zwei Verbindungen waren damit nicht zu erzielen. Aber dafür war die Antenne ja nun auch nicht gebaut. Die anderen Bänder versuchte ich auch anzupassen, allerdings scheiterte der Tuner am zu schlechten SWR.

SWR – Kelemen 80-40-20

Ich habe mich in den vergangenen 12 Monaten also auf die drei besagten Bänder beschränken müssen und war oft genug etwas neidisch auf die Berichte anderer OMs aus meinem Ortsverband und im Internet, die regelmäßig von guten Verbindungen auf all den anderen Bändern berichteten. Bandöffnungen auf 10m waren mir nur aus Erzählungen bekannt. 😉

Die zwischenzeitliche spontane Idee zum Einsatz einer G5RV scheiterte recht schnell, da ich allein für die Hühnerleiter keinen Platz aufbringen konnte. Diese wollte ich auch nicht quer über das Grundstück hängen haben, was auch rein optisch mit der Meinung meiner XYL kollidiert ist. Sie war froh, als ich die G5RV nach einigen Tagen Testbetrieb wieder gegen die Kelemen getauscht habe.

Aufgrund der beschränkten räumlichen Möglichkeiten auf unserem Grundstück war es mir nicht möglich zusätzliche Antennen für die Kurzwelle aufzubauen. Damals besaß ich einen Kelemen Dipol für 80-40-20-15-10, der mit seinen 22m noch kürzer war als das 80-40-20 Modell. Die Antenne habe ich damals, wie alles andere auch, verkauft. Kelemen Dipole haben neben ihrer guten Qualität leider den Nachteil relativ teuer zu sein. 250 Euro und mehr für einen Dipol wollte ich dann doch nicht ausgeben. Zumal ich dann zwar die Standardbänder hätte nutzen können, die WARC-Bänder aber weiterhin ausgeklammert waren.

Smarttuner CG-3000

In unserem Ortsverband haben sich anfangsgespeiste (sic!) Antennen etabliert. Von vielen erfuhr ich, dass sie einen Smart Tuner und etwas Draht im Einsatz hatten. Damit konnten sie bis 30 MHz alle Bänder nutzen, was ja eigentlich genau das war, was ich auch erreichen wollte. Ich war erst skeptisch, ob ein Tuner mit einem x-beliebig langem Draht wirklich so effektiv sein konnte. Aber als ich mir beim OV-Abend dann wieder die eingegangenen QSL Karten der OMs mit eben diesem Setup ansah, da wurde mir dann auch klar, dass diese Kombination so schlecht nicht sein konnte.

Freundlicherweise konnte mir Hubert, DJ3YP, für einige Tage einen SGC SG-230 für Testzwecke zur Verfügung stellen und so baute ich den Kelemen Dipol wieder ab und spannte provisorisch vom Haus über die drei Masten einen geeigneten Antennendraht und schloss die Dachrinne als Gegengewicht an. Ein spontaner Test mit dem SG-230 zeigte, dass sich alle Bänder problemlos anpassen ließen. Selbst auf 160m erreichte ich ein SWR von <1.5.

Das Ende vom Lied war nun, dass ich das Geld in einen CG-3000 Tuner investierte. Der Kauf eines SC-230 kam Aufgrund des mehr als doppelt so hohen Preises für mich nicht in Frage. Da ich aber von allen Seiten nur von positiven Erfahrungen mit dem CG-3000 hörte, war für mich klar, dass dieser zum Einsatz kommen wird. Am Freitagabend bestellt ich den Tuner zusammen mit der kleinen Bedieneinheit, die dann bereits am Dienstagmittag geliefert wurden (Danke WiMo!).

 

Bedienelement

Eric (DE4RIC) half mir dann bei der Wandmontage des Tuners und nach kurzer Zeit fanden dann auch alle Stecker ihre dazugehörigen Buchsen. Der CG-3000 stimmte den ca. 40m langen Draht auf allen Bändern zwischen 160m und 10m ab. Dank der Speicherfunktion genügte es nur kurz die PTT zu drücken, wenn ich ein bereits abgestimmtes Band erneut einstellte. Ich musste mich dann auch noch um eingestrahlte HF kümmern, die mein Audiosignal auf 20m und 15m beeinträchtigte und auch die CAT-Verbindung zwischen Transceiver und PC zum Erliegen brachte. Aber da Problem konnte ich danke eines kleinen Hinweises von Hubert, DJ3YP, schnell beheben.

Auf 80m, 40m und 20m konnte ich danach die ersten Verbindungen mit dem neuen Tuner tätigen. Der alte Zustand war also quasi wieder gegeben. Ich wartete nun sehnsüchtig auf eine Möglichkeit, die anderen Bänder zu nutzen und wie auf Kommando öffnete einen Tag später das 10m Band seine Tore. Stationen aus Spanien waren zum Teil mit 9+20 zu hören und als kleines Highlight für mich war OY1OF (Faroer Islands) trotz kleinem Pile up direkt nach dem ersten Anruf im Log. Gestern konnte ich dann mein erstes QSO auf 17m loggen. Es war „nur“ Italien, aber tatsächlich meine erste Verbindung von zuhause aus auf einem der WARC-Bänder. Eine kleine Premiere, die mir dann bewies, dass diese Konstellation aus Antenne und Tuner dann doch gut zu gebrauchen ist.

Wie vieles im Leben, so ist das natürlich auch nur ein Kompromiss. Aber einer, der recht gut funktioniert. Eine Möglichkeit (Platz und Geld) für den Aufbau verschiedener Monobandbeams und ein paar Gittermasten ist halt nicht jedem vergönnt. 😉

 

Veröffentlicht am 26. Juni 2017 in Amateurfunk und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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