Archiv des Autors: Axel

Frühsport…

Es ist Zeit für Sport. Frühsport.
Also auf die Schaufel, fertig, los. Der Bürgersteig und der Weg zur Haustür müssen von Schnee und Eis befreit werden.

Heute morgen war der Höhepunkt der bisherigen Wintersaison. Mehr als 25cm Neuschnee wären allein noch in Ordnung. Allerdings war der Schnee sehr nass und dadurch schwer zu entfernen. Von Schneeschieben konnte da keine Rede mehr sein. Schneeschaufeln war angesagt.

Dann das nächste Problem: Wohin mit dem ganzen Schnee?
Auf die Straße? Wo einem der städtische Räumdienst den ganzen Kram wieder auf den Weg zurück schiebt?
Oder beim Räumen immer an den eigenen Autos vorbei rennen und den Schnee auf die Wiese werfen?

Jetzt scheint das Schlimmste vorüber zu sein. Es schneit seit Stunden nicht mehr und die Straßen sind auch frei.
Der Deutsche Wetterdienst warnt nun aber aktuell vor Tauwetter für Gebiete unterhalb 600m.
Soll der Schnee doch ruhig liegen bleiben, solange kein neuer hinzukommt. Hochwasser braucht hier niemand.

Es muss nicht immer teuer sein…

Es muss nicht immer viel Geld kosten, wenn man etwas sucht, das leistungsfähig und sicher ist.

Ich betreibe schon seit einigen Jahren ein NAS-System aus dem Hause Intel (Intel SS4000-E). Verbaut sind dort drei 330 GB SATA-Festplatten, die als Raid5-Verbund ihre Arbeit tun und mir somit etwas mehr als 600 GB an Speicherplatz zur Verfügung stellen.

Das Problem ist, dass trotz eingebauter Gigabit-Ethernetcontroller die Durchsatzraten von Anfang an ziemlich überschaubar blieben. Es waren kaum mehr als 100-150Mbit/s messbar und so quälten sich gerade größere Datenmengen zum Teil sehr zäh durch die die Netzwerkkabel.

Wie gerufen kam mir da ein älterer PC (Pentium4 2.8GHz, 1280MB RAM, 2x160GB HDD usw.), der nur noch äußerst selten zum Einsatz kam und somit eigentlich überflüssig wurde. Ich tauschte die zwei betagten Festplatten aus und spendierte dem System zwei 1 TB große SATA-Festplatten, welche gespiegelt werden sollten. Da der Rechner noch aus Zeiten stammt, wo sich die SATA-Technologie noch im Labor herumtrieb, kam noch ein SATA-Controller hinzu, der auch über eine entsprechende Raid-Funktionalität verfügt, so dass die Spiegelung der Festplatten schnell konfiguriert werden konnte. Um die nötige Netzwerkperformance zu erreichen, verbaute ich in dem Rechner zudem noch eine neue Gigabit-Netzwerkkarte, da mit Boardmitteln nur max. 100Mbit möglich waren.

Als Betriebssystem kam FreeNAS zum Einsatz. Es handelt sich dabei um ein freies NAS-System, welches auf FreeBSD basiert. Das nur knapp 130 MB große CD-Image war schnell heruntergeladen und auf CD gebrannt. Die anschließende Installation dauerte nur etwa 10 Minuten und meinem Webbrowser präsentierte mir kurze Zeit später das Webfrontend, über das alle weiteren Konfigurationen erledigt werden konnten.

Die Datenpartition war schnell angebunden, die Dienste (hier CIFS/SMB) wurden aktiviert und die Benutzerkonten konnten ebenso zügig angelegt werden. Je ein Home-Verzeichnis für jeden User wurde vergeben und schon stand das neue Speichersystem für das Heimnetzwerk vor mir.

Ich übertrage die ersten Gigabytes an Daten von einer externen Festplatte auf das System und freue mich schon jetzt über die Performance. Mit meist über 300Mbit/s ist es so schon um einiges schneller, als das betagte Intel-NAS, welches vormals viel Geld gekostet hat, aber dennoch nie die Leistung gebracht hat, die man hätte erwarten können. Bei Übertragung von oder auf die interne Festplatte meines PC erwarte ich noch etwas mehr Leistung, da hier natürlich nicht die USB2-Bremse der externen Festplatt greift, von der ich momentan die Daten übertrage.
Gut, die Ausfallzeiten des SS4000-E tendierten in den letzten 3 Jahren gegen Null, dennoch waren große Dateien immer eine Geduldsprobe, wenn man anderweitig ein schnelles Netzwerk und schnelle Datenzugriffe gewohnt ist.

Abschließend werde ich noch etwas am Energieverbrauch des neuen FreeNAS-Systems arbeiten. Denn das mehr an Performance möchte ich mir nicht teuer durch eine höhere Stromrechnung erkaufen. Wenn man sparen kann, dann sollte man das auch tun.

Bislang bin ich mit den ersten Eindrücken dieses Systems mehr als zufrieden. Bei der Masse an Diensten und Protokollen wird man mit dem FreeNAS so gut wie alles abbilden können, was man in Zusammenhang mit Datenspeicherung benötigt. Nicht zu unrecht erhielt FreeNAS in der Vergangenheit so manchen Preis.

Nichts dazugelernt…

Wenn die Ideen gut sind, die Umsetzungen dann aber an Kleinigkeiten und Bequemlichkeiten scheitern, dann ist das für alle beteiligten mehr als ärgerlich.

Wirklich für alle Beteiligte? – Nein, nicht unbedingt. Wenn der eigene Anspruch gering genug ist, so ist man damit eventuell sogar zufrieden.

Was war nun geschehen?
Da gibt es in der Nähe ein Bowling-Center, welches zu Allerheiligen ein Spaßturnier für Jedermann anbot. Vier Spieler sollten dabei ein Team bilden und gegeneinander antreten. Der Start war für 14 Uhr geplant, doch dieser verzögerte sich um 45 Minuten. Da man bewusst oder unbewusst versäumt hat, öffentlich (in der Presse und/oder auf der eigenen Webseite) über das Turnier zu berichten, war keinem der sechs teilnehmenden Teams bekannt, nach welchen Regeln gespielt werden sollte oder wie der zeitliche Ablauf geplant war. Man hatte stellenweise das Gefühl, als habe sich der Veranstalter selbst keine wirklichen Gedanken darüber gemacht, wie das Turnier nun durchgeführt werden sollte. Es gab weder einen Spielplan mit Informationen darüber, wer gegen wen auf welchen Bahnen spielt, noch gab es geeignete Listen, auf denen man die Spielergebnisse notieren sollte. So mussten Bierzettelblöcke für diesen Zweck herhalten. Professionell und ordentlich durchdacht sieht da doch etwas anders aus.

Gespielt werden sollten jeweils zwei Spiele „Jeder gegen Jeden“. Bei sechs Mannschaften also jeweils zehn Spiele pro Team. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit – es war bereits kurz vor 15 Uhr – schauten viele ungläubig auf die Uhr und ahnten schon, dass das Abendessen entweder verschoben oder gleich ganz ausfallen würde.
Man begann also zu spielen und wie schon in der Vergangenheit so streikten auch an diesem Tag wieder in gewohnter Regelmäßigkeit die Pinsetter, blieben Bälle hinterm Pindeck stecken oder zerlegten sich die Pinsetter gleich in Gänze. Schon vor Beginn des Turniers war ersichtlich, dass auf einigen Bahnen erst gar nicht gespielt werden konnte, da diese wohl einen etwas größeren Defekt aufwiesen und so kam es, dass sich die sechs Teams auf einer Breite von zehn Bahnen aufteilten, wobei vier Bahnen bereits von Anfang an nicht in Ordnung waren, bzw. durch andere, nicht am Turnier teilnehmende Gäste, belegt wurden.

Nach den ersten zwei Spielen musste eine ungeplant lange Pause eingelegt werden, da eine Bahn während des Spiels komplett ausfiel (der oben schon erwähnte Pinsetter seilte sich selbständig ab und blieb regungslos auf dem Pindeck liegen). Da bei diesem Turnier im Ligamodus – also abwechselnd auf zwei benachbarten Bahnen – gespielt wurde, musste hier auf die Reparatur der Bahn gewartet werden. Einvernehmlich verzichteten die dort spielenden Teams auf das zweite Spiel, um den Turnierablauf nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Man spielte anschließend also die Spiele weiter, was mehr oder weniger möglich war. Denn natürlich blieben auch weiterhin viele Bälle im Pindeck stecken und kamen von selbst nicht wieder zurück oder aber die Bahn weigerte sich die Pins wieder aufzustellen. Vereinzelte Pins fielen beim Aufstellen völlig unmotiviert um und lagen dann im Pindeck herum. Das hatte zur Folge, dass man etliche Würfe über die Korrekturfunktion der Bahn entsprechend anpassen musste. Der Anlaufbereich war zwar sauber – was man auch schon anders in Erinnerung hatte – dennoch war das Gleiten im letzten Schritt nicht wirklich möglich, da der Untergrund derartig stumpf war, dass selbst S8-Sohlen abrupt zum Stillstand kamen. (Wir erinnern uns: Der Gleitschritt. Nachzulesen auf http://de.wikipedia.org/wiki/Bowling)
Über das vorhandene – oder eher nicht vorhandene Ölbild – möchte man da gar nicht erst sprechen. Denn das war zwar auf allen Bahnen ähnlich bis gleich, dennoch habe ich selten oder nie zuvor eine Reverse Block Ölung auf beinahe der gesamten Bahnlänge erlebt (siehe unten). Hier war Fingerspitzengefühl angesagt. Entweder langsam mit dem stärksten Ball mit viel Rotation seitlich durchs dicke Öl oder schnell mit einem schwachen Ball mit entsprechend wenig Rotation durch die Mitte. Viele Möglichkeiten boten sich einem hier nicht, zumal ein solches Ölbild nicht wirklich zum Standard gehört.

Dass der Pinsetter auf einer Bahn einen Pin bei der Aufnahme seitlich verschob und nicht wirklich an den ursprünglichen Ort zurückstellte, spielte bei all den Problemen eine eher nebensächliche Rolle.

Da alle anderen Teilnehmer ausschließlich geradeaus mit Hausbällen spielten, fielen ihnen diese Umstände nicht wirklich negativ auf. Bei der Spielweise spielt das vorhandene Ölbild keine große Rolle, da die Bälle geradeaus gespielt werden und dabei keinen Bogen beschreiben. Hier war mal als reaktiver Spieler gefordert, in irgendeiner Weise mit den Gegebenheiten klar zu kommen.

Im Verlauf des Turniers hörte man plötzlich, dass zwei Teams sich vorzeitig verabschiedet haben, da sie anfangs nicht damit gerechnet haben, dass das Turnier einen solchen zeitlichen Aufwand bedeuten würde. Es wurde den Spieler schlicht zu spät, da am nächsten Tag auch alle wieder pünktlich an ihrem Arbeitsplatz erscheinen wollten/mussten/sollten.

Um 21:45 Uhr waren dann endlich alle Mannschaften durch. Auf eine wie auch immer geartete Siegerehrung wartete man aber vergebens. Die vermeintlichen Gewinner verschwanden nach dem Bezahlen der Getränke relativ schnell nach Hause. Wer nun wirklich gewonnen hat und wie die einzelnen Platzierungen im Einzelnen aussahen, erfuhr man nicht.

Dass der Betreiber des Centers, der auch gleichzeitig Ausrichter dieses Turniers war, am Ende nicht einmal ein minimales Interesse an konstruktiver Kritik zeigte und die angesprochenen Probleme nur mit „wer nicht spielen kann ist selbst schuld“ vom Tisch wischte, zeigt mir, dass es sich hier nicht wirklich lohnt jemals wieder einen Fuß in das Center zu stellen. Die technischen Zustände der Bahnen sind seit Anbeginn schlecht bis unspielbar und das wird sich vermutlich auch in Zukunft nicht mehr ändern, denn das hätte schon viel früher geschehen müssen. Als ambitionierter Sportbowler hat man auf diesen Bahnen wenig bis keinen Spaß am Hobby. Man beweist hier nach all der Zeit noch immer eindrücklich und überdeutlich, dass man kein gesteigertes Interesse an einem funktionierenden Bowlingcenter hat. Schade. Sehr Schade.
Einziger Lichtblick waren die Angestellten, die sich Mühe gaben die Spieler mit Getränken zu versorgen und die Störungen an der Anlage zu beheben. Aber das allein ergibt leider noch keine erfolgreiche Veranstaltung.

Mein Fazit:
Es war letztlich Zeit- und Geldverschwendung. Und nur die mit guten Freunden gemeinsam verbrachte Zeit vermag mir noch etwas Positives diesem Tag abzugewinnen. Die knapp 25 Euro (inkl. 10 Euro Startgebühr) hätte man besser investieren können.

The day of days

Das nenne ich mal Timing. Genau 364 Tage nachdem ich meinen letzten Bowling-Highscore mit 234 Punkten in Oelde aufgestellt habe, meinte es der Gott des Bowlings nun doch wieder einmal gut mit mir.

Ganz ohne übermäßig große Erwartungen erschien ich wie immer um 17Uhr auf meiner Hausbahn in Soest. Auf den ersten Bahnen wurde ein Kindergeburtstag gefeiert und entsprechend turbulent ging es dort zu. Ich bezog Bahn 14 am anderen Ende des Centers und bekam so nur noch sehr wenig vom Trubel und Geschrei der ersten Bahnen mit und so startete ich mit den ersten Würfen.

Ungewohnt schnell fand ich meine Linie und so waren schon die ersten Spiele mit 187, 159 und 186 Punkten recht vielversprechend für diesen Trainingsabend.

Zwischenzeitlich trafen auch Gerrit und Lothar Baumeister ein, mit denen ich ein wenig an meiner Technik feilen wollte. Aber bevor wir dazu kamen startete ich in das nächste Spiel.
Es begann mit fünf Strikes in Folge, dann ein 9 Spare, Strike, 9 Spare, Strike. Im achten Frame also schon 199 Punkte und somit war klar, dass mein knapp ein Jahr alter Highscore in Schlagweite gerückt war. Es folgten dann noch eine 8 Spare und eine 9, was dann ein Endergebnis von 238 zur Folge hatte. Es hatte also gereicht. Nicht viel über dem alten Highscore, aber immerhin.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht startete ich in das nächste Spiel und trotz einer leichten Umstellung in der Ballabgabe lief das Spiel wie geschmiert. Nach einigen Minuten staunte ich über die Punkteanzeige, die über mir neun Strikes in Folge anzeigte. Die zuvor größte Serie an Strikes wies sieben Stück auf und das gelang mir damals auch nur einmal bei meinem letzten Highscore.  Jetzt waren es schon neun und das siebte Frame zeigte da schon perfekte und saubere 210 Punkte. Mehr Punkte sind in sieben Frames nicht zu schaffen.
Ich weiß nicht, ob es die Aufregung war oder sonst etwas, aber irgendwie war ich im zehnten Frame ein wenig unkonzentriert, so dass Pin 5 stehen blieb und mich vom Pindeck aus hämisch angrinste. Mit einem zweiten Wurf räumte ich ihn aus dem Weg. Sauber geräumt, aber leider nicht mehr das perfekte Spiel vor Augen ging es dann im den letzten Wurf. Das Scoreboard zeigte 269 Punkte und so war mir klar, dass maximal 279 möglich sein würden. Aber da war es wohl mit meiner Konzentration ganz vorbei, so dass beim letzten Wurf nur sieben Pins fielen. Diese sieben störten mich dann aber nicht mehr so sehr. Ob nun 279 oder 276 Punkte, das spielte da keine Rolle mehr. Viel mehr ärgerte mich der eine Pin, der im letzten Frame stehen blieb. Trotz allem war ich natürlich mehr als froh und stolz auf mich selbst, nach 12 Monaten endlich wieder einen Highscore zu spielen und den alten um 42 Punkte zu erhöhen.

Man muss ja auch Raum für Verbesserungen lassen und da wäre ein vorzeitiges perfektes Spiel der Sache sicher nicht zuträglich. 😉

Den Abend habe ich dann letztlich mit einem Schnitt von 204 Punkten auf 10 Spiele beendet und auch das war der beste Wert, den ich bislang erreicht habe. Bislang lag mein bester Schnitt für einen Abend bei etwas über 185. So konnte ich hier bestens gelaunt den Weg nach Hause antreten.

Wenn sich diese Ergebnisse und diese Konstanz auch an den zukünftigen Trainingstagen und vor allem auch bei den Ligastarts durchsetzt und festigt, dann mache ich mir zunächst einmal keine großen Sorgen mehr.

Besten Dank noch einmal an Lothar und Gerrit, die an dem einen oder anderen Ergebnis sicher nicht ganz unbeteiligt sind.

T-Mobile mit rekordverdächtigen Reaktionszeiten

<Ironie an>Hier beweist der Rosa-Riese wieder einmal sehr deutlich, dass Kundenanfragen schnell, kompetent und korrekt bearbeitet werden. <Ironie aus>

Am 26.07.2010 stellte ich per Mail eine Anfrage an den Großkundensupport der T-Mobile. Die Antwort liest nicht lange auf sich warten. Nicht lange! Nein, länger!

Denn nach nur 72 Tagen habe ich heute am 06.10.2010 eine Antwort erhalten, die zudem einmal mehr beweist, dass man dort die Anfragen der Kunden nicht wirklich liest und versteht und nur halbherzig und vielfach am Thema vorbei antwortet.

Da steht sich der ganze T-Konzern selbst im Wege.

Ich bin froh, dass ich meinen Vertrag dort gekündigt und einem anderen Provider gewählt habe.

[Nachtrag]
Habe den Umstand dieser ewig langen Bearbeitungszeit einmal per Mail zur Diskussion gestellt. Ich erhielt soeben eine Info zurück:

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

Sie haben uns noch einmal geschrieben – herzlichen Dank für Ihre E-Mail.
Wir werden uns schnellstmöglich um Ihr Anliegen kümmern und Ihnen eine ausführliche Antwort senden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Geschäftskundenservice

Wer’s glaubt wird seelig…..

Es muss einmal gesagt werden…

Ich habe mich sehr darüber geärgert. Zum einen über mich selbst, zum anderen aber auch über meinen Gegenüber. Stur und unflexibel stand sie mir Gegenüber und war nicht bereit, sich auch nur einen Meter zu bewegen.

Gemeint ist die 1&1 Internet AG.

Zum Hintergrund:

Seit acht Jahren bin ich Kunde bei der 1&1 und haben dort neben einem DSL-Anschluss auch VOIP- und Mobilfunksysteme gebucht. Jeden Monat flossen pünktlich die Gelder für die geleisteten Dienste und es gab, bis auf sehr wenige Ausnahmen, auch nie Grund zum Klagen.
Da ich nebenher noch einen vollwertigen ISDN-Anschluss der T-Com besitze, der aber nach heutigem Stand der Technik nicht mehr notwendig ist und nur unnötig Geld kostet, überlegte ich mir im Frühjahr den Internetprovider zu wechseln und auf den alt hergebrachten Telefonanschluss ganz zu verzichten.

So bat ich zunächst die 1&1 um ein aussagekräftiges Angebot für einen langjährigen Bestandskunden. Die Antwort war leider eine Textkonserve mit gewöhnlichen Listenpreisen, die im Vergleich zum Wettbewerb sogar noch teurer waren und somit nicht in Frage kamen. Es stand also fest, dass es zu einem Wechsel des Providers kommen wird.

Was war nun konkret geschehen?

Nach dem Vergleich der anderen Preise und Leistungen der anderen Provider, wurde ich am 8. September wieder aktiv und habe mich zur Sicherheit telefonisch mit der Hotline der 1&1 in Verbindung gesetzt, um das Ablaufdatum meiner letzten Bindefrist zu erfragen. Die letzte Tariferweiterung fand im November 2008 statt, so dass die neue Bindefrist von 24 Monaten in Kürze also wieder ausläuft. So mein Wissensstand. Die Dame an der Hotline bestätigte mir den 2.11.2010 als Ende der Bindefrist. Fein, dachte ich. Doch die Dame musste sich berichtigen. Es sei doch der 2.11.2011. Natürlich fragte ich sofort nach dem Grund, denn die letzte Vertragserweiterung fand ja im Jahr 2008 statt. Ich hätte die Kündigungsfrist verstreichen lassen und somit hätte sich der Vertrag automatisch um weitere 12 Monate verlängert. Mein Kopf fiel mit lautem Krachen auf die Tischplatte. Ich habe um sage und schreibe 6 (in Worten: sechs) Tage die Kündigungsfrist verstreichen lassen und bin dadurch ein weiteres Jahr gebunden und soll weiterhin vergleichsweise hohen Kosten tragen, wo es anderswo doch schon weitaus günstigere Angebote gibt. Aber wem sollte ich sauer sein. Ich war ja selbst schuld.
Ich bat die Hotlinerin um ihr entgegenkommen, sie sei aber leider nicht befugt Änderungen an Verträgen durchzuführen. Ich solle aber auf jeden Fall den Versuch unternehmen, schriftlich zum 2.11.2010 zu kündigen und in dem Schreiben um Kulanz zu bitten. Gesagt, getan. Kündigung ausführlich mit der Bitte um Kulanz in den Umschlag und dann per Einschreiben plus Rückschein verschickt. Der teuerste Brief seit Jahren.

Vor einigen Tagen erhalte ich den Einschreibeschein zurück und kurze Zeit später fand ich in meinem Mail-Postfach eine Nachricht von der Costumer-Care-Abteilung. „Bla Bla Bla… bestätigen wir Ihre Kündigung zum 02.11.2011“. Alles in allem also eine Textkonserve ohne dabei ein Wort über meinen eigentlichen Wunsch verloren zu haben. – Ich habe daraufhin direkt noch einmal mit der Hotline gesprochen und nachgefragt, ob es eine Person gäbe, mit der man im direkten Dialog über das Thema sprechen könne. Also jemand, der Kulanzanträge bearbeiten kann und darf. Nein, die gäbe es nicht. Außerdem seien schon Kündigungen und Kulanzanträge abgelehnt worden, die nur einen Tag über der Frist lagen. Man würde mir hier keine Hoffnung machen.

Tja, ich habe mich dann schon ein klein wenig damit abgefunden. Schließlich war ich selbst schuld und habe nicht auf den Termin geachtet. Ich war natürlich auch etwas verärgert darüber, dass man sich seitens 1&1 gar nicht bewegen wollte und auf stur stellte.

Aber… und jetzt kommt eine große Wendung in die Geschichte….

Da soll noch einmal einer sagen, dass es Dienste im Web gibt, die unnütz seien und keinen praktischen Nutzen hätten. Ich habe meinen Unmut über diese Aktion via Twitter in die Welt getragen und erhielt wenig später eine Nachricht von 1&1, ebenfalls wieder Twitter, dass man natürlich daran interessiert sei, den Kunden glücklich zu machen und ich möge meine Fall doch bitte einmal an eine gesonderte Mail-Adresse schreiben.

Ich hatte anfangs keine große Hoffnung, dass das wirklich was bringt, aber dennoch nutzte ich diese Möglichkeit und schrieb ausführlich worum es geht und was mein Wunsch war.

Und was soll ich sagen…. Einige Zeit später erhielt ich eine E-Mail. Darin teilte man mir mit, dass man natürlich es natürlich bedauert, dass ich kündigen wolle. Weiter hieß es aber, dass mein Vertrag nun zum 02.11.2010 ausläuft!

Ich musste die Mail in der Tat etwa dreimal lesen, um es wirklich glauben zu können. Und wer hätte gedacht, dass ein Webdienst wie Twitter in diesem Fall genau der Punkt ist, der die ganze Sache zu einem guten Ende kommen lässt?

Mein Dank an die 1&1-Mitarbeiter, die hier via Twitter die Kundschaft „im Auge behalten“ und auch auf die Meldungen reagieren. Schade, dass die Hotline nichts von den eigenen Leuten weiß, die genau für diese Fälle da sind und sich einbringen können.

Wie war das? Ende gut – alles gut!