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Was interessiert mich schon das Gesetz?

OPEL_Astra_H_Caravan_2008-04-12 14-19-15Jeder kennt das Fernabsatzgesetz und sicher jeder ist damit schon einmal in Kontakt gekommen. Bestellt man etwas in einem Onlineshop oder per Telefon so hat man nach Erhalt der Ware 14 Tage lang Zeit, diese ohne Angabe von Gründen zurück zu senden und den Wert der Ware zurück zu erhalten. Bei einem Warenwert von 40 Euro und darüber muss der Händler auch die Versandkosten für die Rücksendung tragen.
So weit so alltäglich und so gewöhnlich.

Ich war im Februar auf der Suche nach einem neuen Anlasser für meinen Opel Astra (siehe Abbildung rechts). Um nicht die teuren Werkstattpreise der Fachwerkstatt zahlen zu müssen, machte ich mich im Internet auf die Suche nach einem geeigneten Händler, der mir das Ersatzteil günstiger liefern könnte. Bei der Recherche stieß ich auf Ebay auf einen gewerblichen Verkäufer mit dem Namen „blauweissautoparts“, der sich augenscheinlich auf den Vertrieb von Anlassern und Lichtmaschinen spezialisiert hat. Für beinahe jedes Fahrzeugmodell konnte man dort ein passendes Ersatzteil finden. Auf den ersten Blick war dieser Händler für mich der geeignete Ansprechpartner und da ich mir nicht 100% sicher war, welcher Anlasser für mein Fahrzeug geeignet ist, rief ich die in den Auktionen angegebene Telefonnummer in Berlin an.
In dem Gespräch, welches ich mit dem Inhaber, Gerd Marquard, geführt habe, war für ihn schnell klar, welches Ersatzteil ich benötigen würde. Er habe dies auch für 99,49 Euro auf Lager. Wenn ich kurzfristig per PayPal bezahlen würde, dann könnte er den Anlasser noch am selben Tag versenden. Ich übersandte ihm also den Preis zzgl. Versandkosten per PayPal und bereits am darauffolgenden Tag überreichte mir der Postbote das Paket aus Berlin.

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Fachhandel vs. Internet

Nach 13 Jahren war „mal wieder“ der Kauf einer neuen Waschmaschine an der Reihe. Stetig lauter werdende Laufgeräusche und die erhöhten Verbrauchswerte einer Maschine in diesem Alter brachten uns dazu, nach einer neuen Reinigungskraft Ausschau zu halten.

Bevor sich dabei die Frage stellte, wo der Kauf getätigt werden sollte, musste geklärt werden, welches Gerät von welchem Hersteller nun in Frage kommt.
Fest stand, dass es auf jeden Fall ein Markengerät sein sollte, welches gewisse Eigenschaften (Energieverbrauch, Füllmenge, Schleuderdrehzahl usw.) besitzen sollte.

Hier staunte ich schon nicht schlecht, wie viele verschiedene Modelle ein Hersteller gleichzeitig auf dem Markt anbietet. Die Geräte unterscheiden sich zum Teil nur in Feinheiten, so dass ein Vergleich zwischen verschiedenen Herstellern schon recht schwierig wurde. Ich wälzte so über viele Tage verschiedene Testberichte on- wie offline, las verschiedene Kundenerfahrungsberichte, notierte die Preisangaben der Internetshops und so kristallisierten sich in unserem kleinen Casting nach und nach vier Modelle von AEG, Siemens und Bosch heraus. Eine Miele schied für uns von vornherein aus, da sie schlicht zu teuer und auch zu langlebig sind. Denn was nützt mir eine Maschine die später 15 Jahre und älter ist, für die dann geltenden Verhältnisse aber zu viel Energie und Wasser verbraucht, dennoch so gut läuft, dass ein Austausch nicht ohne Schmerzen in Frage kommt? Da kaufe ich mir dann lieber wieder eine neue Maschine, die dann entsprechend sparsamer ist und die ich dazu noch weitaus günstiger bekomme.

Wir sind dann mit der Liste von vier Geräten in die verschiedenen Fachgeschäfte in der näheren Umgebung gefahren und haben die Preise verglichen und uns beraten lassen.

Hier wurde die Modellvielfallt der Hersteller zu einem weiteren Problem. Denn kein Geschäft konnte mir alle vier Modelle bepreisen, geschweige denn liefern. Es fehlten immer ein oder zwei Geräte, so dass ein Preisvergleich nicht wirklich möglich war.
Dazu kam noch, dass der Preis im Fachgeschäft grundsätzlich zwischen 150 und 200 Euro höher war, als das günstigste Angebot im Internet. Auch schwankten die Preise von Geschäft zu Geschäft zum Teil enorm. Da war zum Teil auch eine Differenz bis zu 100 Euro möglich.
Wir fragten die Verkäufer also, was für sie preislich im Bereich des Möglichen war. Es blieb bei einem Rabatt von max. 10%, was dann immer noch mind. 120 Euro höher war, als der Preis im Onlineshop. Zumal verschiedene Internetshops sogar eine kostenlose Anlieferung bieten, wozu der Fachhandel gar nicht in der Lage war.

Wir haben daheim also nochmals die verfügbaren Modelle der Fachhändler und Internetshops verglichen und fanden so ein Modell von Bosch, welches unseren Wünschen entsprach. Ein großer Onlineshop, der vormals mit dem reinen Buchversand anfing, lieferte uns kostenfrei die neue Maschine und entsorgte für einen geringen Aufpreis auch gleich unsere alte Maschine. Die Anlieferung ging sogar soweit, dass die Maschine direkt in den Keller transportiert und auch ausgepackt wurde. Die alte Maschine verschwand zusammen mit der Verpackung der Neuen im Lieferwagen.

Ach ja… zwischen Bestellung und Lieferung vergingen gerade einmal drei Werktage.

Lieber Fachhandel!
Nur zu gern hätten wir die neue Waschmaschine bei Dir gekauft, aber bei diesem großen Preisunterschied und Deinen zum Teil sehr hohen Frachtkosten bei Anlieferung (nur bis zur Bordsteinkante) ohne Einbringung, Auspacken und Rücknahme des alten Geräts, ließen uns keine Wahl. Zumal die Geräte alle über eine Herstellergarantie verfügen, bei der es grundsätzlich keine Rolle spielt, wo das Gerät gekauft wurde.

Da darf dann niemand böse sein, dass dem „normalen“ Kunden das Geld nicht so locker sitzt, das er diese Differenz so ohne Weiteres hinnimmt.