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Von Androiden und Smartphones…

HP/Palm WebOS

Bild von Leobardo Martinez via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Smartphones gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Waren sie vor einigen Jahren noch Exoten, so gibt es heute kaum noch Handys im klassischen Sinn. Und so existieren neben den vielen hundert verschiedenen Modellen auch etliche sehr unterschiedliche Betriebssysteme.-  Android, Symbian, iOS, Bada, webOS, Windows Phone und Blackberry beherrschen mehr oder weniger den Markt.-  Früher gab es bei den Smartphone eigentlich keine wirklichen Alternativen zu Microsofts Windows Mobile Betriebssystem. Die Black Berrys gab es natürlich auch, diese waren aber nur etwas für den Business-Einsatz im Unternehmen und fielen als Alternative im Grunde genommen von vornherein aus. Dienstlich nutze ich ein BlackBerry seit mehr als einem Jahr und habe die Erfahrung gemacht, dass ich es für den privaten Gebrauch nicht wirklich empfehlen kann. Trotz einer schnellen Hardware ist das Torch9800 vielfach am ruckeln und stellenweise mühsam zu bedienen.

Als im vergangenen Jahr die Qual der Wahl bezüglich eines neuen Smartphones aufkam, stellte sich für mich natürlich auch die Frage nach dem installierten Betriebssystem. Zusätzlich wollte ich die Gelegenheit nutzen und erstmalig einen Datentarif dazu buchen.
Meine bisherigen Erfahrungen mit dem System von Microsoft (bis Windows Mobile 6.5) mit diversen Handys (T-Mobile MDA II/III/IV, HTC Touch Diamond usw.) waren durchwachsen bis schlecht. Es hakelte an allen Ecken und Kanten und die Bedienung war auch sehr schwierig. Mit einem Stift konnte man es noch recht gut bedienen. Die Nutzung mit dem Finger war größtenteils unmöglich, da die Schaltflächen zu klein waren oder das Gerät erst nach dem zweiten oder dritten Tippen reagierte. Aber Aufgrund fehlender Alternativen blieb mir nichts anderes übrig, als damit zu leben. Auch wenn Microsoft seit einiger Zeit das neue „Windows Phone 7“ anbietet, bin ich doch von auf einem auf Smartphones installiertem Windows mehr als geheilt. Microsoft soll weiter seinen Schwerpunkt auf die PC- und Server-Systeme setzen. Da weiß ich, dass es funktioniert.

Bild von photo4howi via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Aus Kostengründen fiel meine erste Wahl Anfang 2011 auf das HP/Palm Pixi Plus mit dem Betriebssystem WebOS. Ein Freund nutzte dieses Gerät bereits und konnte es mir auf einer Geburtstagsfeier zeigen. Für meine Zwecke war es ausreichend. Browser, E-Mail, sowie Facebook & Co. Waren letztlich das, was ich hauptsächlich nutzten wollte. Der Preis war mit knapp unter 200 Euro auch recht günstig, so dass ich Zugriff.
Nach der ersten Freude und Euphorie über das neue Gerät folgte schon wenig später eine gewisse Ernüchterung. Frei nach dem Motto „Der Appetit kommt beim Essen“ erkannte ich, dass das Gerät in seinen Möglichkeiten doch sehr eingeschränkt war. Die Anzahl der im Netz verfügbaren Apps war sehr übersichtlich und beim Vergleich mit den Handys der Kollegen musste ich immer mehr feststellen, dass es sehr viele Interessante Dinge für Smartphones gibt, das Pixi plus dafür aber nur bedingt oder gar nicht geeignet war. Es war schlicht ein Fehlkauf. Wenig später erfuhr ich, dass auch der vormals noch so begeisterte Freund kurze Zeit später ein anderes Gerät gekauft hat. 😉

Aufgrund vieler Empfehlungen folgte einige Wochen später dann der Kauf des Motorola Defy, das mit Android 2.1 installiert war. Das war schon eine ganz andere Welt. Größeres Display, schnellerer Prozessor und vor allem ein Betriebssystem, welches eine große Auswahl an sinnvollen und sinnfreien Anwendung bot. Ok, der Preis war auch etwa 100 Euro über dem des Pixi plus, aber ich wollte einfach keine Kompromisse mehr eingehen. Diesen Kauf habe ich bis heute nicht bereut.

Das Pixi plus ging dann an meine Frau, die zu dem Zeitpunkt noch mit einem Samsung SGH-E250 unterwegs war. Auch sie wollte erstmals einen Datentarif nutzen und die ersten Gehversuche damit machen. Und dafür war das Pixi plus völlig ausreichend. Aber auch hier stiegen schnell die Anforderungen und das Handy wurde binnen weniger Monate nur noch mit einem gewissen Unmut genutzt. Eine Frau möchte Mann natürlich nur auf Dauer nicht so missmutig sehen und so suchte ich nach einer Alternative. Die gesetzt Kostengrenze von max. 180 Euro führte mich letztlich zu einem Nokia C6-01, dessen Testberichte durchweg gut ausfielen. Hier waren Display und Prozessor jeweils besser und kräftiger als beim Pixi plus und auch beim Einsatz von Symbian als Betriebssystem machte ich mir keine Sorgen. Ich bestellte das Gerät und die ersten Gehversuche waren sehr vielversprechend. Das Gerät war hervorragend verarbeitet und mit dem Metallgehäuse hatte man dabei auch das Gefühl ein wertiges Gerät in den Händen zu halten.
Ein halbes Jahr lang war die Welt in Ordnung. Das ging dann so lange, bis auch Freunde von uns auf Android und Datentarif umstiegen und gemeinsam diverse Apps nutzten, die meiner Frau und ihrem Symbian vorenthalten blieben. So wollte aber doch auch so gerne damit arbeiten. Und ja, ich sah es ein. Ich hätte nicht wieder ein Experiment starten dürfen. Symbian war und ist ganz nett, aber auch hier fehlt die vielfallt an Anwendungen.
Und das was dann folgte war und ist die logische Konsequenz der bisherigen Ereignisse…

Der Weihnachtsmann war es dann, der ein neues Motorola Defy unter den Weihnachtsbaum legte. Die Augen leuchteten und die Welt war in Ordnung. Ich hätte mir den Schritt über das Symbian echt sparen können. Aber da habe ich dann doch wieder nur am falschen Ende gespart.
Auf dem Markt gibt es also wohl nur zwei wirklich brauchbare Systeme. Android und iOS. Den Rest kann man mehr oder weniger ignorieren. Naja, die alten Geräte habe ich zwischenzeitlich wieder verkauft, wobei aber natürlich einige Euro auf der Strecke blieben. Lehrgeld nennt man das, oder?!

Die Entscheidung ist gefallen…

Nach meinem misslungenen Selbstversuch mit dem Blackberry Bold9000 suchte ich nach einer möglichen Alternative. Nein, ich scheute nicht die „softwareseitigen Umbaumaßnahmen“, die notwendig wären, um das Gerät ohne eine kostenpflichtige Blackberry-Option vernünftig ans Laufen zu bekommen. Mein Ziel war es vielmehr, ein Handy zu besitzen, auf das ich mich verlassen kann und an dem ich im Fehlerfall nicht umständlich herumoperieren muss.

Natürlich stellte ich an ein neues Handy gewisse Grundvoraussetzungen.
Zum einen natürlich das Betriebssystem.

Von Windows Mobile war ich geheilt. Auch wenn man bei Microsoft die aktuelle Version 7 als Neuerfindung des Rades anpreist. Auf dem PC und Server gerne ein geeignetes Windows, im Smartphone habe ich damit aber schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht.

Ein iOS von Apple in Form des iPhone mag ein gutes, zuverlässiges und hochwertiges Smartphone-System sein, aber die dahinter liegende Preispolitik bin ich nicht bereit mit zu tragen. In zwei Jahren kostet das iPhone zum Beispiel bei O2 inkl. der Tarifgrundgebühren mehr als 1.250 Euro. Aus meiner Sicht mehr als übertrieben. Eine solche Summe würde ich anderweitig anlegen. Aber nicht für „nur“ ein Handy.

Das WebOS von Palm/HP machte mir in Form des PALM Pixi plus schon einen recht guten Eindruck, den ich in den vergangenen sechs Wochen mit dem Gerät gewinnen konnte. Bei Palm fehlt es mir aber an einer ausreichend großen Produktpalette und ich fand kein Gerät, welches meinen Wünschen gerecht wurde.

Blackberry…. Ein wirklich überzeugendes System im betrieblichen Umfeld und mit den richtigen Tarifoptionen im Rücken. Ich nutze dienstlich ja schon seit knapp acht Wochen ein Torch9800 und bin damit mehr als zufrieden.

Nun, letztlich bin ich dann bei einem Android hängen geblieben. In den aktuelleren Versionen ist das Betriebssystem als stabil und performant bekannt geworden, so dass ich mir sicher war, hier ein recht gutes und zuverlässiges System zu kaufen.
Aber natürlich war nicht nur das Betriebssystem ein Kaufkriterium. Preis, Display, Auflösung, Kamera, Speichergröße und die im Internet verfügbaren Softwarepakete spielten natürlich auch eine nicht unwesentliche Rolle.

Nach dem Lesen etlicher Test- und Erfahrungsberichte fiel meine Wahl auf das Motorola DEFY. Das Handy, welches in der Werbung als quasi „unkaputtbar“ angepriesen wurde. Wasserdicht, kratzfestes Display – schlicht ein ordentlich robustes Handy. Nach Werbeangaben soll es der Schutzklasse IP67 genügen. Also staubdicht und geschützt gegen zeitweises Untertauchen. Nicht, dass ich mit meinen Handys bislang unsanft umgegangen wäre, aber man kann ja nie wissen, was in Zukunft alles geschehen wird.
Das Defy nutze ich nun seit vier Tagen und bin mit dem Gerät sehr zufrieden.
Auch wenn ich leider erst kurz nach der Bestellung gelesen habe, dass es einen Serienfehler geben soll, der die Hörmuschel betrifft, so lasse ich es doch darauf ankommen. Kommt es zu einem Defekt, so schicke ich es ein. Wie gesagt…. wenn es dazu kommen sollte. Ich mache mir da keine überhöhten Sorgen.
Das Display des Defy ist selbst bei hellem Tageslicht und direkter Sonneneinstrahlung noch gut zu erkennen. Mein damaliges HTC Touch Diamond konnte man im Freien selbst bei bewölktem Himmel so gut wie gar nicht nutzen. Die Auflösung von 480x854Pixel bei 3,7Zoll des Defy macht ebenso einen sehr guten Eindruck. Alles lässt sich klar und deutlich ablesen, auch wenn die Schriftgröße auf ein Minimum gesetzt ist.
Der Prozessor ist mit seinen 800MHz vielleicht nicht der allerschnellste, dennoch reicht die Rechenleistung für alles, was ich bislang mit dem Gerät angestellt habe. Sämtliche Videos wurden flüssig und ruckelfrei wiedergegen und auch das Navigieren durch die verschiedenen Menüs oder das Browsen durch die Twitter- und Facebook-Apps bringt das Gerät nicht ins Schwitzen.

Ich werde sicher im Laufe der kommenden Wochen und Monate noch viele Erfahrungen mit dem Gerät machen. Die ersten Schritte damit haben wir aber schon gezeigt, dass das Android-System kein schlechtes Betriebssystem ist.