Ebay – Meine Erfahrungen als Verkäufer.

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Die Werbung verspricht uns ja immer wieder das Blaue vom Himmel.

Dinge, die man nicht mehr benötigt, verkauft man einfach und schnell über Ebay oder Ebay Kleinanzeigen.

So die Theorie und das Werbeversprechen. In der Praxis entsprach das vor etlichen Jahren auch mal mehr oder weniger der Realität. Aber das, was ich in den letzten Wochen und Monaten auf diesen Plattformen erlebt habe, lässt mich für die Zukunft nach anderen Wegen suchen.

Ebay Kleinanzeigen

Diese Plattform kann man ja nur noch sehr bedingt empfehlen. Das liegt aus meiner Sicht nicht einmal an Ebay Kleinanzeigen selbst, sondern vielmehr an der Qualität in der die Nutzer miteinander kommunizieren und wie sich dem anderen gegenüber verhalten.

Die damaligen Berichte über Käuferanfragen „Wass lezta preis“ hielt ich damals immer für einen Mythos. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass so etwas wirklich so häufig vorkommt, als dass man überall darüber lesen würde. Aber nachdem ich selbst anfing verschiedene Dinge über diesen Weg verkaufen musste ich schnell feststellen, dass es wirklich eher die Regel als eine Ausnahme ist.

Es ist überhaupt traurig, wie man dort miteinander kommuniziert.
Wenn man Glück hat, dann beginnt die Kontaktaufnahme noch mit einer Grußformel. Das ist aber auch eher die Ausnahme.
Viele schreiben so, wie sie sprechen. Unverständlich, vielleicht noch mit vollem Mund und mit viel Interpretationsspielraum. Man darf manchmal auch raten, was wohl gemeint sein dürfte.
Ich erwarte sicher kein lupenreines Deutsch mit vollständig richtig gesetzten Satzzeichen usw. Wenn jemand der Deutschen Sprache nicht mächtig ist, dann ist das für mich absolut in Ordnung. Aber man erkennt ja schnell, ob sich jemand auch nur den Hauch einer Mühe gegeben hat oder nicht. Viele rotzen einfach irgendetwas in das Textfeld, was ich aber bisher immer ignoriert habe. Die Erfahrung zeigt auch, dass diese „Interessenten“ so oder so nicht zum Kauf bereit sind.

Teilweise brechen gute begonnene Dialoge auch einfach unvermittelt ab. Vermutlich hat der Interessent das Interesse verloren und meldet sich dann nicht mehr. Der Verkauf eines Mopeds entwickelte sich bei mir vielfach so. Es gab zig Interessenten, die auch häufig viele Fragen stellten, die ich alle schnell beantwortet habe. Detailfotos wurden angefordert, die ich in jedem Fall geliefert habe. Mittendrin brach dann sehr häufig der Kontakt ab und auch auf Rückfragen erhielt ich dann meist keine Antworten mehr. Dabei hatte man vorher doch angeblich so großes Interesse.

Es waren mehrfach Personen vor Ort, um sich das Moped persönlich anzusehen. Zwei von ihnen wollten nur mal eben das Geld bei der Bank holen und waren danach spurlos verschwunden. Ich hörte nie wieder von ihnen.

Traurig, dass die Leute auch bei so einem lapidaren Fall nicht den Anstand zeigen, um wenigstens ehrlich zu sagen, dass sie den Artikel dann doch nicht kaufen wollen. Sie tun gerade so, als würde ihnen in dem Fall eine Strafe drohen. Für so einen Zirkus ist mir aber ehrlich gesagt die Zeit viel zu schade. Vor allem dann, wenn es um ein Kleinteil zu einem geringen Preis geht.

Ebay – das Original

Ebay, also der Teil mit den Online-Auktionen, war früher eigentlich immer recht zuverlässig. Ich hatte selten Probleme beim Kauf oder Verkauf. Das hat sich in der vergangenen Zeit aber leider auch sehr verändert, so dass ich dort eigentlich nichts mehr verkaufen möchte.

Der Grund ist eine Funktion, die damals von Ebay eingeführt wurde, um eigentlich Gutes zu Bewirken. Aber inzwischen habe ich das Gefühl, als würde diese Funktion von den Käufern einfach nur dazu genutzt, um die Verkäufer auszunehmen.

Gemeint ist der Käuferschutz.

Dabei kann der Käufer, nachdem er einen Artikel erfolgreich ersteigert hat, zum Beispiel vom Kauf zurücktreten. Dem Verkäufer wird dann zwar die Provision erstattet, aber verkauft ist die Ware dann dennoch nicht.
Es soll den Käufer aber auch vor unseriösen Verkäufern schützen, die wesentliche Produktdetails oder Defekte verschwiegen haben. Der Käufer kann einen „Fall“ bei Ebay erstellen und dem Verkäufer wird das der vom Käufer gezahlte Betrag bis zur Klärung des Falles vom Konto eingezogen. Wer einmal als Verkäufer in so einem Fall beteiligt war, der weiß, dass man hier nur sehr schwer wieder ohne Verluste heraus kommt. Das sind in jedem Falle meine Erfahrungen.

Zuletzt durfte ich beides beim Verkauf eines einzigen Gegenstands erleben. Eine kleine Anekdote…

Ich wollte ein Akku betriebenes Gerät verkaufen. Ich rechnete mit einem Verkaufspreis von ca. 150 Euro. Die Auktion verlief gut und sogar besser als erwartet. Am Ende war der Verkaufspreis bei 202 Euro. Die Freude darüber war aber bereits 30min nach dem erfolgreichen Verkauf verflogen. Der Verkäufer meldete sich in einem extrem gebrochenen Deutsch und wollte den Kauf des Gerät stornieren. Ich verwies darauf, dass er einen gültigen Kaufvertrag mit mit abgeschlossen habe. Er belehrte mich dann aber schnell darüber, dass er sehr wohl vom Kauf zurücktreten kann. Wenn man sich die Info von Ebay dazu durchliest (sieh [HIER]), dann merkt man schnell, dass man als Verkäufer wenig Chancen hat, auf die Abnahme der Ware zum vollen Preis zu bestehen.

Danach habe ich den Artikel dem Bieter mit dem zweithöchstem Gebot angeboten. Dieser hat auf meine Nachricht aber nicht reagiert. Ich stellte das Gerät dann erneut ein und nach der üblichen Woche ging diese Auktion mit einem Preis von 157 Euro zu Ende. Der Abbruch der ersten Transaktion hat mich also direkt einmal 45 Euro gekostet. Der Käufer zahlte, ich habe das Gerät versandt und erhielt zwei Tage nachdem er das Gerät erhalten hat eine Mail von ihm.

Irgendwie ahnte ich schon, dass das nichts Gutes bedeuten konnte. In seiner Mail bemengelte (sic!) er in einem extrem schlechten Deutsch, dass der Akku nicht mehr sehr lange halten würde. Das hätte ich in der Auktion nicht erwähnt und daher wollte er von mir 25 Euro von mir erstattet haben. Als ich das ablehnte, weil ich diesen Nachlass für klar über übertrieben hielt und die Akkuleistung für mich auch altersgerecht war, erhielt ich 15 Minuten später eine Mail von Ebay. Der Käufer möchte das Gerät zurücksenden, da es nicht der Beschreibung entspräche. Ich habe ihm dann 10 Euro als Erstattung angeboten, was er annahm. In der Zwischenzeit war der Verkaufserlös von 157 Euro aber durch Ebay meinem Konto entzogen worden. Ich erhielt dann schlussendlich 147 Euro von Ebay zurück. Die 10 Euro strich sich der Käufer ein.

Wenn nicht jede Selbstverständlichkeit detailliert angegeben oder im Foto dokumentiert wird, dann nutzen viele Käufer die Möglichkeiten, sich einen kleinen zusätzlichen Rabatt einzuräumen. Aus dieser Aktion kommt man als Verkäufer kaum wieder raus. Vor allem nicht dann, wenn es z. B. um Akkulaufzeiten geht. Was für dein einen noch ausreichend ist, ist für den anderen zu wenig oder zu schwach. Mich hat der oben erwähnte Verkauf nur unnötige Nerven und auch Geld gekostet.

Lessons learned!?

Je geringer der Wert der Ware, desto genauer überlege ich nun, ob ich dieses überhaupt online verkaufen möchte. Für viele Dinge, die einem nach eigener Überzeugung noch ein paar gute Euro wert sind, bekommt man nichts mehr.
Für höherwertige Dinge nutze ich zusätzlich andere Plattformen, wie z. B. markt.de. Anfragen von Kaufinteressenten ohne ein Mindestmaß an textlicher Motivation lösche ich ungelesen.

Auktionen, wie auf Ebay, meide ich so gut wie es geht. Ich entscheide dann lieber selbst, wem ich etwas verkaufe, wenn ich vorher mit ihm Kontakt hatte. Das erspart mir vielleicht die ein oder andere Überraschung. Sicher kann man sich aber natürlich dennoch nicht sein.

Veröffentlicht am 10. Juli 2021 in Internet, Persönliches und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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